Häupl will neues Stadion nur mit U-Bahn-Anbindung

15. Oktober 2006, 19:07
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Grüne orten Indiz für Verwirklichung des Rothneusiedl-Baus nicht vor 2014

Wien - Für den Wiener Bürgermeister Michael Häupl (S) ist die Stadtentwicklung im Gebiet Rothneusiedl und damit auch das neue Stadion für die Wiener Austria nur dann sinnvoll, wenn es eine Anbindung an die U-Bahn erhält. Die Interpretation der Grünen, wonach das Projekt auf Grund dieser Aussage frühestens 2014 kommen werde, ließ der Bürgermeister am Mittwoch in der Fragestunde des Gemeinderats allerdings nicht gelten.

"Ja, ich glaube nicht, dass es Sinn macht, ein Stadion oder Entertainmentcenter zu bauen, ohne dass die Menschen mit öffentlichen Verkehrsmitteln hinfahren können", so Häupl zu einer Anfrage des Grünen Christoph Chorherr. Eine raschere Verwirklichung eines "hochrangigen Verkehrsanschlusses" durch die Verlängerung der U1 hält Häupl trotz mangelnder Finanzierungszusage des Bundes für möglich. Er verwies auf den Ausbau der U2, die seinerzeit wegen der Fußball-Europameisterschaft vorgezogen wurde. Einmal mehr versprach er, dass dieser Ast tatsächlich rechtzeitig bis 2008 fertig werde.

In Anspielung auf steigende Grundstückspreise kritisierte der Bürgermeister, dass der Ankauf von Flächen am südlichen Stadtrand Wiens öffentlich thematisiert worden sei. Es gelte der Grundsatz: "Wenn man Grundstücke kaufen will, soll man das Maul halten. Aber bei den Beteiligten ist das wahrscheinlich etwas durchaus Schwieriges", so Häupl in Anspielung auf Magna-Chef Frank Stronach.

Auch einem nicht genannten Vizepräsidenten eines Sportvereins, gemeint war wohl die Austria, warf er in diesem Zusammenhang "Logorrhöe" (krankhafte Geschwätzigkeit, Sprechdurchfall, Anm.) vor. Konkrete Planungsentscheidungen könnten könnten jedenfalls erst nach dem Erwerb von Grundstücken getroffen werden.

Chorherrs Interpretation von Häupls Aussagen: "Das zeigt, dass das Projekt weiterhin unter dem Motto nix ist fix rangiert." Gleichzeitig habe der Bürgermeister bestätigt, dass Stronach neben dem Stadion ein weiteres "Megaeinkaufzentrum" oder Entertainmentcenter plane, was zur massiven Verschlechterung der Nahversorgung in Wien führen werde.(APA)

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