Kirche gegen Soldaten als Samenspender

15. Dezember 2005, 18:27
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Kinderwunschklinik rief zum "Assistenzeinsatz" der anderen Art - Militärbischof lehnt Insemination "moralisch" ab

Linz - Zum Aufruf von einer Kinderwunschklinik in Oberösterreich, Soldaten sollten sich als Samenspender zur Verfügung stellen und dafür 70 Euro erhalten, kamen von der katholischen Kirche am Donnerstag mehrere ablehnende Stellungnahmen von Militärbischof Christian Werner, der "Aktion Leben Oö." und der Diözese Linz.

"Verletzung der Rechte des Kindes"

Werner verwies auf die grundsätzliche Position der Katholischen Kirche: Künstliche Befruchtung und Insemination seien moralisch abzulehnen, "weil sie die Zeugung von dem Akt trennen, bei dem sich die Gatten einander hingeben, und so eine Herrschaft der Technik über den Ursprung und die Bestimmung der menschlichen Person errichten". Außerdem würden die Techniken, bei denen eine dritte Person außer dem Ehepaar eingeschaltet wird, das Recht des Kindes verletzen, von einem Vater und einer Mutter abzustammen, die es kenne, die miteinander ehelich verbunden seien und die das ausschließliche Recht hätten, dass der eine nur durch den anderen Vater oder Mutter wird.

Alternative Adoption

Der Militärbischof betonte, die Kirche sei sich der Problematik einer verbreiteten Unfruchtbarkeit in der Gesellschaft und besonders des Leides vieler kinderloser Paare bewusst. Sie wolle ihnen nahe sein und sie in dieser Not geistlich begleiten. Wenn alle berechtigten medizinischen Hilfsmittel ausgeschöpft seien, ermutige die Kirche solche Paare zu einer Adoption oder zu einer anderen Form eines großherzigen Dienstes an elternlosen Kindern.

Die "Aktion Leben OÖ." bezeichnete den Aufruf an die jungen Männer als "ethisch und moralisch absolut verwerflich" und sprach von "Geschäftemacherei mit dem menschlichen Leben". Immerhin sei ist der männliche Samen Grundlage, dass menschliches Leben überhaupt entstehen könne. Eine Samenspende sei nicht vergleichbar mit einer Blutspende.

Wer der Vater ist

Die Abteilung Ehe und Familie in der Diözese Linz gab zu bedenken, dass die Kinder mit 14 Jahren das Recht hätten, die Identität des leiblichen Vaters zu erfahren - das gehöre zu den Menschenrechten. Sie forderte deshalb im Zusammenhang mit Samenspenden eine verpflichtende umfassende Beratung, möglichst durch außenstehende Beratungseinrichtungen. (APA)

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