Schwerarbeiterregelung geht in Begutachtung

14. Dezember 2005, 11:43
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Neuee Modus entspricht Übergangsrecht bis 2019 - Fließbandjobs nicht mehr in der Schwerarbeitsliste vertreten

Wien - Sozialministerin Haubner hat am Mittwoch nach monatelangen Verhandlungen den Begutachtungsentwurf für die Schwerarbeiterregelung vorgestellt. Demnach müssen während der vergangenen 20 Jahre zehn Jahre besonders belastende Tätigkeiten ausgeübt worden sein, um mit 60 Jahren bei einem jährlichen Abschlag von 1,8 Prozent in den Ruhestand treten zu können.

Dieser neue Modus entspricht einem Übergangsrecht bis 2019. Danach werden, wie ursprünglich geplant, 15 Jahre an Schwerarbeit während der gesamten Berufslaufbahn verlangt sein.

Kriterien für Schwerarbeit

Grundvoraussetzung für die Nutzung der Schwerarbeiterregelung ist, dass 45 Versicherungsjahre vorliegen. Als Kriterien für die Schwerarbeit gelten Arbeiten unter besonderer Hitze oder Kälte, unter chemischen oder physikalischen Einflüssen sowie im Bereich der Hospiz- und Palliativmedizin. Zusätzlich herangezogen werden Tätigkeiten im Schicht- und Wechseldienst, sofern dieser auch in der Nacht stattfindet. Konkret sind hier sechs Stunden in der Zeit von 22 bis 6.00 Uhr an mindestens sechs Arbeitstagen pro Monat gefordert.

2.000 Arbeitskalorien

Auch schwere körperliche Arbeit wird berücksichtigt. Bei Männern wird ein Wert von 2.000 Arbeitskalorien angenommen, bei Frauen einer von 1.400 Arbeitskalorien. Schließlich können von der Schwerarbeiterregelung auch noch Erwerbstätige mit Behinderungen profitieren, sofern sie Pflegegeld ab Stufe 3 beziehen.

Entgegen den ursprünglichen Planungen nicht mehr vertreten in der Schwerarbeitsliste sind taktgebundene Arbeiten, also Fließbandjobs. Ebenfalls nicht repräsentiert sind Tätigkeiten, bei denen die körperliche Sicherheit gefährdet ist, vor allem bei der Exekutive. Hier sollen besondere Regelungen im Bereich des noch auszuverhandelnden Bundesmitarbeitergesetzes geschaffen werden. (APA)

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