Brasilianischer Bürgermeister will das Sterben verbieten

19. Dezember 2005, 20:57
16 Postings

Weil auf dem Friedhof kein Platz mehr ist

Biritiba Mirim - Weil auf dem Friedhof kein Platz mehr ist, will ein brasilianischer Bürgermeister das Sterben verbieten. Einen entsprechenden Vorschlag brachte Roberto Pereira da Silva, Stadtoberhaupt von Biritiba Mirim nahe Sao Paulo, ins Stadtparlament ein. Die 28.000 Einwohner wurden dazu angehalten, auf ihre Gesundheit zu achten, um nicht zu sterben. Wer dagegen verstoße, werde zur Verantwortung gezogen. Eine Strafmaß wurde nicht genannt.

Hintergrund des ungewöhnlichen Vorschlags ist die Tatsache, dass Umweltgesetze Gemeinden in Trinkwassergebieten wie Biritiba Mirim den Neu- und Ausbau von Friedhöfen untersagen - ebenso wie das Einäschern von Toten. "Natürlich ist der Gesetzesvorschlag lächerlich", sagte ein Mitarbeiter des Bürgermeisters. Aber es sei der beste Weg, um Aufmerksamkeit für die Probleme der Stadt zu erreichen und die Regierung zum Einlenken zu bringen.

Auf dem seit 1910 bestehenden Friedhof sind 50.000 Menschen in 3.500 Krypten und Gräbern beigesetzt worden. Die Kapazität sei voll ausgeschöpft, hieß es von der Stadt. Man habe bereits Menschen unter den Gehwegen begraben müssen. (APA/AP)

Share if you care.