Zagreb hält einige Anklagepunkte gegen Gotovina für "unannehmbar"

27. Dezember 2005, 11:19
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Justizministerin Skare-Ozbolt will Änderung der Klageschrift

Zagreb - Die kroatische Justizministerin Vesna Skare-Ozbolt hat einige der Anklagepunkte gegen den kroatischen General Ante Gotovina als "unannehmbar" bezeichnet. "Anschuldigungen, wonach es 'ethnische Säuberungen' gegeben hat, sind absolut inakzeptabel", sagte Skare-Ozbolt am Dienstag im kroatischen Rundfunk.

Zagreb habe ein Expertenteam beauftragt, das eine Änderung der Anklageschrift erreichen solle, fügte sie hinzu. Außerdem werde die kroatische Regierung das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag bitten, Gotovina bis zum Beginn seines Prozesses auf freien Fuß zu setzen. Zagreb werde die nötigen Garantien geben, sagte Skare-Ozbolt.

Jegliche Schuld bestritten

Bei seinem ersten Auftritt vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal hatte Gotovina am Montag jegliche Schuld bestritten. Das UN-Tribunal wirft Gotovina Verbrechen gegen die Menschlichkeit wie Verfolgung, Deportation und menschenunwürdige Behandlung von Serben in Kroatien vor, außerdem Kriegsverbrechen wie Mord, Plünderung und Zerstörung. Der kroatische General war vergangene Woche nach vierjähriger Flucht auf Teneriffa gefasst worden. Ihm droht im Falleeiner Verurteilung lebenslange Haft. Ein Termin für den Prozessbeginn steht noch nicht fest. (APA)

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