Minispots mitten im Programm

27. Dezember 2005, 16:47
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Neue EU-Richtlinie bringt Änderungen bei Sportübertragungen

Die österreichischen Fernsehzuschauer werden sich künftig an so genannte "Minispots" gewöhnen müssen. Die EU-Kommission hat Dienstag eine neue TV-Richtlinie beschlossen, die kurze, einzelne Werbeeinblendungen während Fußballspielen oder Skirennen erlaubt. Bisher durften Spots nur in Werbeblöcken laufen. Strengere nationale Regeln, etwa für den ORF, sind aber möglich.

Zwischen Werbeblöcken können künftig auch weniger als 20 Minuten Programm laufen. Die Obergrenze von zwölf Minuten Werbung pro Stunde bleibt indes auch weiter aufrecht.

Kinofilme, politische und gesellschaftliche Magazine sowie Kinder- und Nachrichtenprogramme dürfen nicht öfter als einmal alle 35 Minuten unterbrochen werden. In TV-Filmen darf künftig schon nach 35, nicht erst nach 45 Minuten der erste Werbeblock auftauchen.

Vorbild Österreich

Product Placement in Filmen und Serien wird nun erlaubt, Vorbild dafür ist Österreich. Die Sender müssen ihre Zuschauer aber vor Filmbeginn auf bezahlte Platzierungen hinweisen. Ob schriftlich durch Einblendung oder mündliche Ansage, überlässt die EU den Mitgliedsstaaten und ihren Medienbehörden.

Verbraucherschutzkommissar Markos Kypranou wollte Alkoholwerbung untersagen, setzte sich aber nicht durch. Es bleibt beim Werbeverbot für Nikotin und rezeptpflichtige Medikamente.

Verleger hoffen, dass die TV-Richtlinie nicht auf Onlinedienste erweitert wird.

Der Neuregelung müssen die EU-Minister und das EU-Parlament noch zustimmen. (Alexandra Föderl-Schmid/DER STANDARD, Printausgabe, 14.12.2005)

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