Gudrun Harrer vertritt Österreich während EU-Ratsvorsitz im Irak

23. Dezember 2005, 13:24
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"Außenpolitik"-Chefin des STANDARD als Sondergesandte des Außenministeriums nach Bagdad

Außenministerin Ursula Plassnik hat Dienstag im Ministerrat angekündigt, dass Österreich während seines EU-Vorsitzes im Irak diplomatisch vertreten sein wird. Als Sondergesandte wird die renommierte Journalistin Gudrun Harrer, Leiterin des außenpolitischen Ressorts der Tageszeitung "Der Standard", vom Außenministerium nach Bagdad geschickt. "Damit Österreich seine Aufgaben als EU-Vorsitzland im Irak erfüllen kann, ist eine eigene diplomatische Präsenz in Bagdad notwendig", betonte Plassnik. Harrer selbst sprach gegenüber der APA von einer "großen Herausforderung, eine Botschaft zu übernehmen", obwohl sie bis dato nicht im Diplomatischen Dienst gearbeitet habe.

Plassnik erklärte laut einer Aussendung des Außenministeriums, nur mit einer eigenen Präsenz "sind wir in der Lage, die Aufgaben der EU-Präsidentschaft eigenständig vor Ort wahrnehmen zu können". "Ein sicherer, stabiler und geeinter Irak" liege auch im Interesse der Europäischen Union. "Daher beteiligen sich die EU-Mitgliedstaaten im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv an den internationalen Bemühungen, den Irak beim politischen und wirtschaftlichen Wiederaufbau zu unterstützen", so Plassnik.

Gudrun Harrer ist Orient-Expertin und Autorin von Büchern über den Irak sowie Lehrbeauftragte für moderne arabische Geschichte an der Universität Wien. Im besonderen hat sie sich mit der Tätigkeit der UNO-Inspektoren der IAEO (Internationale Atomenergie-Organisation) im Irak befasst und auch darüber ein Buch geschrieben. "Mit Frau Gudrun Harrer konnte eine anerkannte Expertin mit umfassenden persönlichen Kontakten im Land und der Region für diese sensible und wichtige Aufgabe gewonnen werden", sagte Plassnik zu der Bestellung.

"Grüne Zone"

Harrer wird in der so genannten "Grünen Zone" in Bagdad tätig sein, wo das höchste Maß an Sicherheit gewährleistet werden kann. Gegenüber der APA würdigte sie ausdrücklich das große Verständnis seitens ihrer Zeitung "Der Standard" im Zusammenhang mit ihrer Nominierung sowie das hohe Maß an Unterstützung, das ihr vom Außenministerium für die neue Aufgabe entgegegengebracht werde. Die Irak-Expertin ist ab sofort vom STANDARD karenziert, nach Ablauf des österreichischen Präsidentschafts-Halbjahres soll sie im Sommer/Herbst in ihrer bisherigen Funktion in die Zeitung zurückkehren. (APA)

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    foto: der standard/cremer
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