Elektroaltgeräte-Sammlung zieht positive Vier-Monats-Bilanz

14. Dezember 2005, 09:27
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Abgabe seit 13. August kostenlos - Schon heuer soll EU-Ziel für 2006 erfüllt werden - Weihnachtsappell: Auch Elektrokleingeräte sammeln

Eine positive Zwischenbilanz der neuen Elektroaltgeräte-Sammlung hat die Koordinierungsstelle EAK gezogen: Seit vier Monaten haben Konsumenten die Möglichkeit, ihre alten oder kaputten Elektrogeräte kostenlos an derzeit rund 1.380 Sammelstellen oder - unter gewissen Voraussetzungen - an Händler abzugeben. Das von der EU bis Jahresende 2006 vorgegebene Sammelziel von mindestens 4 kg Elektroaltgeräten pro Einwohner jährlich werde in Österreich vermutlich bereits 2005 erreicht, sagte EAK-Geschäftsführerin Elisabeth Giehser am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien.

Die EAK (Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle Austria GmbH) sieht als Zielvorgabe die Sammlung von 40.000 Tonnen pro Jahr. Diese Menge werde voraussichtlich jährlich um mindestens 3 bis 5 Prozent wachsen. Bei einer geschätzten Menge von 120.000 Tonnen Elektrogeräten, die jährlich in den Verkehr gebracht werden, soll also eine Sammelquote von mindestens einem Drittel erreicht werden, erläuterte Giehser. Gesicherte Vergleichsdaten der vergangenen Jahre lägen nicht vor.

Kostenlose Rückgabemöglichkeit

Konsumenten haben eine kostenlose Rückgabemöglichkeit für Altgeräte bei Sammelstellen der Gemeinden sowie beim Einzelhandel mit mehr als 150 m2 Verkaufsfläche, wenn gleichzeitig ein gleichwertiges Neugerät gekauft wird. Da elektrische bzw. elektronische Geräte zu den beliebtesten Weihnachtsgeschenken zählen, appelliert die EAK an die Konsumenten ihre gebrauchten Geräte nach den Feiertagen ordnungsgemäß zu entsorgen.

Gesammelt werden sollen nicht nur Großgeräte wie Waschmaschinen, Kühlschränke und TV-Geräte, sondern auch Elektrokleingeräte: Föns, Rasierer, elektrische Zahnbürsten und Kaffeemaschinen sollten nicht zum Restmüll gegeben werden, sondern beim Händler bzw. bei der Sammelstelle der jeweiligen Gemeinde abgegeben werden, appelliert Josef Moser, Bürgermeister der oberösterreichischen Gemeinde Schlägl und Bundesobmann der ARGE Österreichische Abfallwirtschaftsverbände an das Verantwortungsbewusstsein der Konsumenten: "Gewinner ist ausschließlich die Umwelt".

Verschiedene Kategorien

Die Verwertungsrate sei je nach Gerätekategorie verschieden, bei Waschmaschinen könnten bis zu 100 Prozent der Stoffe recycelt werden. Viele der gesammelten Geräte könnten nach Reparaturen auch noch für Bedürftige weiterverwendet werden. In Oberösterreich ortet Moser seit Inkrafttreten der Elektroaltgeräte-Verordnung am 13. August großen Ansturm, bei den 180 Altstoffsammelzentren wurde bis zu 5 Mal so viel angeliefert als sonst üblich. "Früher wurden ja Altgeräte manchmal an einem Waldrand verloren".

Die Koordinierungsstelle wurde von den betroffenen Fachverbänden und der Wirtschaftskammer Österreich im August 2005 eingerichtet. Sammlung und Verwertung werden in Österreich derzeit von fünf privaten Sammelsystemen durchgeführt, die mit Abfallverbänden, Kommunen bzw. Entsorgern Verträge abgeschlossen haben. Dies sind die ERA Elektro Recycling Austria GmbH, ERP Europäische Recycling Plattform, EVA Erfassen und Verwerten von Haushaltsgeräten GmbH, UFH Elektrogeräte Systembetreiber GmbH sowie UFH Altlampen Systembetreiber GmbH.

Auch die EAK steht als Anlaufstelle zur Verfügung, die Meldung eines Abholbedarfs kann direkt über die Website der EAK erfolgen. Erklärt sich innerhalb von 24 Stunden kein Sammelsystem zur Abholung bereit, erfolgt eine Zuteilung durch die EAK. Seit Ende Oktober seien aber lediglich sieben Meldungen von Gemeinden eingegangen, die einen Abholbedarf durch die EAK haben, so Giehser. Die EAK-Aufgabe liege unter anderem in der Sicherung des Wettbewerbs und der kostengünstigen Umsetzung der Abholung. (APA)

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