Wissenschafter messen Luftverschmutzung per Satellit

20. Dezember 2005, 12:29
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Besonders Ruhrgebiet, Antwerpen und Rotterdam weisen hohe NO2-Konzentrationen auf - Österreich nur gering belastet

San Francisco - Niederländische Wissenschafter nehmen die Luftverschmutzung nun vom All aus unter die Lupe. Im Rahmen eines Forschungsprojekts des königlichen Meteorologischen Instituts wird die Konzentration von Stickstoffdioxiden (NO2) in den unteren Luftschichten mit Hilfe von Satellitenbildern gemessen. Wie sich bei den Untersuchungen zeigte, sind vor allem im deutschen Ruhrgebiet, in Antwerpen und Rotterdam hohe Raten von Stickstoffdioxid (NO2) vorhanden.

Keine Überraschungen

Die Karte, die den Zeitraum Mai bis September abbildet, bietet keine großen Überraschungen. Regelrechte Wolken von NO2 zeigen die Satellitenbilder erwartungsgemäß über Ballungsräumen wie Paris oder Madrid. Sehr hohe NO2-Konzentrationen gibt es ebenfalls im Großraum London und Leeds.

Die größte zusammenhängende NO2-Wolke hängt über dem Ruhrgebiet, Belgien und den Niederlanden: Die Emissionen des Industriegebiets gehen - zumindest optisch - fast nahtlos in die Ausstöße der Megahäfen Antwerpen und Rotterdam über. Starke Verschmutzungen gibt es zudem am Bosporus über der Millionenstadt Istanbul. Österreich nimmt sich auf der Karte bescheiden aus: Die Satellitenanalyse zeigt leichte Belastungen beispielsweise in Oberösterreich, Niederösterreich und Wien. Stickstoffdioxid ist ein wichtiger Vorläufer des bodennahen Ozons. Mit dem Verfahren werden erstmals global die Problemzonen in der Luftverschmutzung bestimmt.

Hilfe bei Suche nach Quellen und Ursachen

Diese Ergebnisse waren prinzipiell zwar zu erwarten, die eigentliche Absicht ist es aber, die Verunreinigungen genauer zu untersuchen. "Das ist das erste Mal, dass wir die Möglichkeit haben, der Verschmutzung täglich zu folgen", wird die Meteorologin Pieternel Levelt von BBC-Online zitiert. "Das wird uns helfen zu verstehen, wie sich die Luftverschmutzung bildet und woher sie kommt." Levelt präsentierte die Karten bei einem Kongress in San Francisco.

Um die Daten zu erheben, greifen die Forscher vom königlichen meterorologischen Institut auf den Aura-Satelliten der NASA zurück. Dieser macht die Vermessung der Troposphäre, also der untersten Schicht der Atmosphäre, möglich. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Der Aura-Satellit der Nasa vermisst die untersten Schichten der Atmosphäre.

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