CeBIT rechnet mit stagnierenden Ausstellerzahlen

22. Dezember 2005, 10:15
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Vom erwarteten Umsatzwachstum in der Informations- und Telekom- Branche (ITK) kann die Messe nicht profitieren

Die weltgrößte Elektronikmesse CeBIT erwartet 2006 stagnierende Besucher- und Ausstellerzahlen. Vom erwarteten Umsatzwachstum in der Informations- und Telekom- Branche (ITK) und dem erhofften Durchbruch des Mobilfunkstandards UMTS kann die Messe nicht profitieren.

6300 Austeller erwartet

Die Veranstalter rechneten mit rund 6300 Ausstellern, sagte Deutsche-Messe-Vorstand Ernst Raue am Dienstag in Hannover. Im Vorjahr waren es früheren Angaben zufolge 6270 Aussteller. Auch bei den Besuchern gibt sich die Messe vorsichtig und erwartet knapp eine halbe Million, wie im Vorjahr. Kritik, die CeBIT verliere ihr Profil, wies Raue zurück: "Die CeBIT ist auf Kurs, die Strategie stimmt." Mehrere große Firmen wie E-Plus und Sony haben ihre Teilnahme an der CeBIT, die vom 9. bis 15. März 2006 läuft, abgesagt.

Der Branchenverband Bitkom erwartet von der Messe den endgültigen Durchbruch für den Mobilfunkstandard UMTS. Allein in Deutschland nutzten 2,5 Millionen Kunden UMTS, in Europa seien es 15 Millionen Menschen, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Der Durchbruch ist schon mehrfach in Aussicht gestellt worden. Unternehmen haben Milliarden für UMTS-Lizenzen ausgegeben, der große Erfolg blieb bislang aber aus. Auf den Massenmarkt wartet auch noch die Internettelefonie. "Rund fünf Millionen Deutsche haben Internettelefonie einmal ausprobiert", sagte Rohleder. Aber der Kreis derer, die sie regelmäßig nutzten, sei klein, räumte er ein.

Talsohle durchschritten

Insgesamt habe der ITK-Markt in Deutschland die Talsohle durchschritten, sagte Rohleder. "Der Markt stabilisiert sich, und das Wachstum pendelt sich zwischen zwei und drei Prozent ein." Zweistellige Wachstumsraten wie in der Vergangenheit seien nicht "ewig" erreichbar. Bitkom hat unlängst die Umsatzprognose für 2006 gesenkt und rechnet nun mit einem Umsatzwachstum um 2,4 Prozent auf 137 Milliarden Euro, zuvor waren 3,1 Prozent erwartet worden.

In Osteuropa sieht der Verband zweistellige Wachstumsraten, vor allem in Polen, Tschechien und Ungarn. "Wir reden nicht mehr von Taschengeld, sondern von relevanten Wachstumsraten", sagte Rohleder. Allein in Polen stieg der Umsatz in diesem Jahr um 17 Prozent, 2006 wird ein Plus von elf Prozent erwartet.

Kostensenkung

In Deutschland wird der Markt in der Informationstechnik vor allem von Software-Herstellern und Dienstleistern angekurbelt. Der Software-Markt werde im kommenden Jahr um fünf Prozent auf fast 17 Milliarden zulegen, schätzt Bitkom. Die Dienstleistungen wüchsen um 4,7 Prozent auf 29,2 Milliarden Euro. Der Aspekt der Kostensenkung stehe bei professionellen Anwendern nicht mehr allein im Vordergrund. In der Telekommunikation soll der Umsatz im kommenden Jahr um 1,3 Prozent auf 67 Milliarden Euro steigen. "Der Boom schneller Internetzugänge geht weiter." Bis Ende 2006 würden 13 Millionen DSL-Zugänge geschaltet sein, schätzt Rohleder, das sei ein Wachstum von 30 Prozent.

Starke Impulse erwartet der Verband auch von der digitalen Unterhaltungselektronik. Digitale Geräte wie Flachbildfernseher, MP3-Player und Digitalkameras machten fast drei Viertel des Marktes in der Unterhaltungselektronik aus, sagte Rohleder. "Wir sind optimistisch, dass die digitale Unterhaltungselektronik auch 2006 kräftig zulegen wird." (Reuters)

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