Unibibliothek Halle wird entblättert

19. Dezember 2005, 22:19
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Zehntausende zum Teil wertvolle Bücher gehen an ihre einstigen Besitzer zurück, die nach dem Krieg enteignet worden waren

Halle - Die Universitäts- und Landesbibliothek (ULB) Halle muss sich in den nächsten Jahren von Zehntausenden zum Teil sehr seltenen und wertvollen Büchern trennen. Dabei handelt es sich um Bände, auf die Alteigentümer einen Rückübertragungsantrag gestellt haben, wie Projektleiterin Christine Eichhorn-Berndt am Dienstag mitteilte. Sie bestätigte damit einen Bericht der "Mitteldeutschen Zeitung" Halle. Alteigentümer, die nach dem Krieg in Ostdeutschland enteignet worden waren, haben keinen Anspruch auf Rückübertragung ihrer Ländereien, wohl aber auf Rückgabe des beweglichen Hab und Gutes.

Erst nach jahrelangem Zögern hatte die Unibibliothek Anfang 2005 dem Bericht zufolge der Aufarbeitung ihres Altbestandes zugestimmt. Die Zahl der Bücher, auf denen ein Rückübertragungsanspruch laste, werde auf etwa 250.000 geschätzt. Um sie genau zu ermitteln, müssten zwei Millionen Bände, das entspricht über einem Drittel des Gesamtbestandes, einzeln begutachtet werden. Bislang seien 860.000 Bücher überprüft worden, von denen rund 46.000 von Alteigentümern stammten. Von insgesamt 200 einstigen Besitzern lägen Anträge auf Rückübertragung vor, wie es heißt.(APA/AP)

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