Aufsichtsrat: Vorerst keine Sundt-Ablöse

13. Dezember 2005, 19:28
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Neue Holdingstruktur bestätigt - Sundt: Bin Generaldirektor der TA und sehe meine Position nicht in Frage gestellt

Wien - Die börsenotierte Telekom Austria (TA) bekommt künftig eine Holdingstruktur. Das hat der Aufsichtsrat in seiner gestrigen und heutigen Sitzung beschlossen, erfuhr die APA im Anschluss an die Sitzung aus Aufsichtsratskreisen. Die - im Vorfeld erwartete - frühzeitige Ablöse von TA-Boss Heinz Sundt (58) wird es hingegen - vorerst zumindest - nicht geben.

Der Aufsichtsrat habe weder eine frühzeitige Ablöse von Sundt, dessen Vertrag noch bis April 2007 läuft, noch eine Verkleinerung des Vorstand von vier auf drei Mitglieder beschlossen. Auch Mobilfunkvorstand Boris Nemsic wurde heute nicht zum Nachfolger Sundts designiert, erfuhr die APA weiter.

"Ich bin der Generaldirektor der Telekom Austria und sehe meine Position im heutigen Aufsichtsrat nicht in Frage gestellt", ließ Sundt im Anschluss an die Sitzung auf APA-Anfrage ausrichten. Im Übrigen sei eine vorzeitige Ablöse gestern und heute "nicht diskutiert" worden.

Die Staatsholding ÖIAG, die noch 25,2 Prozent an der TA hält, hatte im Vorfeld der Aufsichtsratssitzungen Druck auf einen Wechsel in der TA-Führung gemacht, ist dann von diesen Plänen offenbar aber doch wieder abgerückt. Finanzminister Karl-Heinz Grasser hatte bereits im Herbst 2004 versucht, Sundt frühzeitig abzulösen, die TA-Kapitalvertreter hatten die ÖIAG und Grasser damals allerdings abblitzen lassen und den Vertrag Sundts um weitere zwei Jahre verlängert. Sundt hatte zuletzt betont, seinen TA-Vertrag weiterhin erfüllen zu wollen.

Neue Struktur bestätigt

Bestätigt wurde im Aufsichtsrat heute lediglich die künftige neue Struktur der Telekom, die zunächst auf rein organisatorischer - und nicht gesellschaftsrechtlicher - Ebene vollzogen werden soll. Die gesellschaftsrechtliche Umsetzung der "schlanken Management-Holding mit zwei starken operativen Einheiten" soll dann laut Aufsichtsrats-Beschluss "zum frühest möglichen Zeitpunkt" - jedenfalls bis spätestens 1. Jänner 2007 - passieren. Dabei sei noch offen, ob die beiden Bereiche Festnetz und Mobilfunk unter dem Dach einer "schlanken Management-Holding" künftig als AGs oder GmbHs firmieren, hieß es.

Neu an der Aufgabenverteilung in der Holding ist, dass TA-Festnetzvorstand Rudolf Fischer künftig - in Analogie zum Mobilfunkvorstand Boris Nemsic - auch die Kompetenz über Personal und "interne Services" wie Immobilien- und Fuhrparkmanagement erhält, die bisher bei TA-Chef Sundt lag. Die neue Holding decke sich mit seinen Zielsetzungen, betonte Sundt heute gegenüber der APA.

Ganz ausgestanden ist der Machtkampf im TA-Vorstand allerdings noch nicht, geht es doch in den kommenden Monaten um die Detail-Umsetzung der neuen Struktur. Sundt will jedenfalls darauf achten, dass es von der Holding aus eine Durchgriffsmöglichkeit auf die beiden starken Einheiten Festnetz und Mobilfunk geben werde, wie er heute betonte. (APA)

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