Arnies Geburtsort auf Distanz

13. Dezember 2005, 18:32
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Auch in Thal Antrag auf Entziehung der Ehrenbürgerschaft - SPÖ-Flecker: "Rest an Respekt verspielt"

Auch in der Steiermark, der ehemaligen Heimat des kalifornischen Gouverneurs Arnold Schwarzenegger, sorgte dessen Ablehnung des Gnadengesuchs für Stanley "Tookie" Williams für viel Kritik. Für Landeshauptmannstellvertreter Kurt Flecker (S) hat Schwarzenegger "wohl den letzten Rest an Respekt verspielt, der ihm von seinem ehemaligen Heimatland entgegengebracht wurde."

"Der kalifornische Gouverneur Schwarzenegger hat seine Herkunft offensichtlich vergessen", so Flecker in einer Aussendung. "Nur so lässt sich die Gewissenlosigkeit erklären, mit der er das Gnadengesuch von Stanley Williams zurückwies und den sechsfachen Friedens- und vierfachen Literaturnobelpreiskandidaten hinrichten ließ." Laut Flecker stelle der "geläuterte Häftling" ein "herausragendes Beispiel für Einsicht und tätige Reue" dar.

Antrag auf Entziehung der Ehrenbürgerschaft

Was sein Parteikollege Franz Sölkner schon angekündigt hatte, machte Franz Fotr, Sprecher der Thaler Grünen, "definitiv": Man werde in Arnies Geburtsort - ähnlich ihrer Fraktion in der Landeshauptstadt Graz - einen Antrag auf Entziehung der Ehrenbürgerschaft stellen, und zwar schon am Mittwoch. Auch den Schwarzenegger-Wanderweg, der aus drei Routen besteht und mit Meilensteinen im Leben Schwarzeneggers gesäumt ist, sollte "verschwinden". Trotz seiner Leistungen in Sport und Behindertenintegration wäre es ihm, Wodra, "am liebsten, er würde überhaupt nicht mehr hier in Thal auftauchen".

Um Neutralität bemüht zeigte sich der Thaler Bürgermeister Peter Urdl (S), der mit dem kalifornischen Gouverneur aufgewachsen ist und gemeinsam mit ihm die Schule besucht hat: "Ich bin froh, nicht in Amerika zu leben und solche Entscheidungen treffen zu müssen." Er verstehe die schwierige Entscheidung, in der sich "der Arnold" befunden haben müsse: "Er richtet sich nach den Gesetzen, die dort gelten und er kann nicht anders." Einen Antrag auf Entziehung der Ehrenbürgerschaft werde er ablehnen.

Distanz

Auch jener hoher Landesbeamte, der heute das Geburtshaus von Schwarzenegger in Thal bewohnt, lässt Distanz erkennen: Es stehe ihm nicht zu, politische Entscheidungen des Gouverneurs zu kommentieren, nehme für sich persönlich aber in Anspruch, die Todesstrafe generell abzulehnen, meinte der Hofrat im APA-Gespräch. (APA)

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