Österreicher in höchstes ESA-Beratungsgremium berufen

20. Dezember 2005, 12:30
posten

Mit Grazer IWF-Leiter Baumjohann sitzt nach langen Jahren wieder ein Österreicher im "Space Science Advisory Comittee"

Graz - Nach 15 Jahren ist Österreich erstmals wieder im höchsten wissenschaftlichen Beratergremium der Europäischen Raumfahrtagentur ESA vertreten. Wolfgang Baumjohann, Direktor des Instituts für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, wurde dieser Tage in das "Space Science Advisory Comittee" der ESA berufen, teilte die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) am Dienstag mit. Baumjohann gehört der FFG als Beiratsmitglied der Agentur für Luft- und Raumfahrt an.

Wolfgang Baumjohann ist seit 2004 Direktor des Instituts für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaft (ÖAW) in Graz. Er dem Studium der Physik an der Universität Münster und der Habilitation im Fach Geophysik führten ihn Gastprofessuren in die USA und nach Japan. Er ist Autor zahlreicher Publikationen und Bücher, Mitglied u.a. der Internationalen Astronautischen Föderation und österreichischer Delegierter im Wissenschaftlichen Programmrat der ESA.

Österreich anerkannter Partner

Die Berufung Baumjohanns unterstreiche, dass Österreich bei internationalen Forschungsinitiativen, insbesondere europäischen Raumfahrtprojekten, als erfahrener und anerkannter Partner wahrgenommen wird, hält die FFG in ihrer Aussendung fest. Das Grazer IWF, dem Baumjohann vorsteht, beschäftigt sich mit seinen mehr als 70 Mitarbeitern mit der Erforschung des Sonnensystems, des erdnahen Weltraums und der Erdbeobachtung. In erster Linie arbeitet es auf den Gebieten der Weltraumplasmaphysik, der Planetenphysik und des Erdschwerefeldes. Die Schwerpunkte in der Instrumententwicklung sind der Bau von Magnetometern, die Satellitenpotenzialregelung, die Antennenkalibrierung und die Laserdistanzmessung zu Satelliten.

Derzeit ist das IWF an zwölf internationalen Weltraummissionen beteiligt. Es kooperiert mit der ESA, nationalen Weltraumagenturen in Amerika (NASA), Frankreich (CNRS), Japan (JAXA) und China (CNSA) sowie mit der österreichischen Weltraumindustrie und mehr als 100 Forschungsinstituten weltweit. (APA)

Share if you care.