Prominentenappell für Überleben des "France Soir"

16. Dezember 2005, 14:42
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Alain Delon, Jeanne Moreau, Mireille Mathieu und Alain Prost unter Mitunterzeichnern

Die Filmstars Jeanne Moreau und Alain Delon, Modeschöpfer Pierre Cardin sowie die Sängerin Mireille Mathieu zählen zu den zahlreichen prominenten Persönlichkeiten, die einen Unterstützungsappell für die Pariser Tageszeitung "France Soir" unterzeichnet haben. Das Blatt wurde Ende Oktober auf Gerichtsentschluss für sechs Monate unter die Aufsicht eines Insolvenzverwalters gestellt, um die Suche nach neuen Investoren zu ermöglichen.

Auch Politiker unterschrieben das Dokument

"Heute mehr denn je muss 'France Soir' leben" heißt es in dem Appell, zu dessen weiteren Mitunterzeichnern die Schauspieler Robert Hossein, Francis Huster und Michel Leeb, die Sänger Julien Clerc, Enrico Macias und Francoise Hardy, die Humoristen Karl Zero und Laurent Ruquier, der ehemalige F1-Meister Alain Prost sowie Ex-Geschäftsmann und Ex-Minister Berand Tapie zählen. Unterschrieben wurde das Dokument auch von Politikern, so etwa Kommunistenchefin Marie-George Buffet (PCF), UDF-Chef Francois Bayrou, dem Trotzkisten Olivier Besancenot (LCR) und dem sozialistischen Ex-Premier Laurent Fabius.

"Wenn nichts unternommen wird, riskiert die Zeitung eingestellt zu werden", heißt es in dem Appell, der fortfährt: "France Soir wird aus den Kiosken verschwinden, und die Franzosen werden eine Tageszeitung verlieren, die nicht nur die Geschichte der französischen Presse markiert hat, sondern die auch ein in der ganzen Welt bekanntes nationales Emblem ist." Um das Blatt zu retten, müssten der franko-ägyptische Geschäftsmann Ramy Lakah, der mit 70 Prozent die Mehrheit der Anteile hält, sowie die italienische Gruppe Poligrafici als Juniorpartner noch einmal frisches Geld zuschießen.

"France Soir" war 1944 gegründet worden. In den 60er Jahren hatte das Blatt teils Millionenauflagen erreicht. Seit einem Vierteljahrhundert verliert die populär aufgemachte Zeitung allerdings stetig Leser und Geld. Zuletzt machte dem Blatt auch die große Konkurrenz durch Gratiszeitungen wie "20 minutes" und "Metro" zu schaffen. Derzeit verkauft sich "France Soir" täglich nur noch 58.553 Mal. (APA)

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