Filmkritik: "Der König von Narnia"

6. Juni 2006, 11:12
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Ein Land im Kleiderschrank - Wie eine Schülerin die Verfilmung der "Chroniken von Narnia" erlebt hat

Pompös feierte Walt Disney am 7. Dezember in London die Weltpremiere von "Der König von Narnia". Das ist der Auftakt der Verfilmung der siebenbändigen "Chroniken von Narnia" aus der Feder des Nordiren C. S. Lewis. Die Klassiker verkauften sich seit 1950 mehr als 85 Millionen Mal, hauptsächlich im angelsächsischen Raum.

Hier zu Lande sind die Abenteuer im Lande Narnia vom Kultstatus noch weit entfernt. Die Disney-Verfilmung sorgt jedenfalls für viel Aufregung und vernichtende Kritiken, die zumindest den Buchhandel immens ankurbeln.

Filmauftakt

Der Filmauftakt ist wenig märchenhaft: Das Haus, in dem zwei Mädchen (Lucy und Suse) und zwei Burschen (Peter und Edmund) gemeinsam mit ihrer Mutter leben, droht durch Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg zerstört zu werden. Veranlasst durch die Kriegswirren, werden die vier Kinder von ihrer Mutter zu Professor Digory Kirke auf das Land geschickt. Dort stößt die Jüngste, Lucy, auf einen alten Kleiderschrank. Was sich hinter der Tür dieses Möbelstückes verbirgt, hätte selbst sie sich nie erträumen lassen.

Weihnachten verboten

Einige Schritte von den Pelzmänteln entfernt findet sie das Land Narnia. Dort herrscht seit 100 Jahren Winter, und auch das Feiern von Weihnachten ist strengstens untersagt. Nach und nach gelangen auch ihre Geschwister ins Land der Riesen, Einhörner und anderer Fabelwesen.

Zu viert und mithilfe des Löwenkönigs Aslan sollen sie Narnia von der Schreckensherrschaft der Weißen Hexe befreien. Die Geschichte gipfelt im Tod Aslans, welcher sich für Edmund opfert und daraufhin wieder in das Reich der Lebenden zurückkommt.

Vergleich mit Buch

Verglichen mit dem Buch, wird deutlich, wie stark die Ausdruckskraft von Bildern sein kann. Szenen wie die Entdeckung Narnias oder die Schlacht des Guten gegen das Böse sind eindrucksvoll. Die Vertonung, der Wortwitz und die beeindruckenden Spezialeffekte machen das zauberumwobene Land im Kleiderschrank beinahe greifbar. Abgesehen davon, dass "Herr der Ringe"-Fans Parallelen zu der filmischen Umsetzung des Tolkien-Fantasy-Epos ziehen werden und dass der christliche Opfertod Aslans für Negativ-Furore sorgt, ist die Kinderbuchserie für die Kleineren gut geeignet und der Film eine fantasievolle Reise für Junge und Junggebliebene. (DER STANDARD, Printausgabe, 13.12.2005)

von Sibylle Brunner
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