22.500 US-Dollar für 30 Songs

10. März 2006, 17:33
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US-Amerikanerin verliert gegen US-Musikindustrie – hat Songs mit der P2P-Tauschbörse Kazaa heruntergeladen

Die US-Amerikanerin Cecilia Gonzalez ist in ihrem Kampf gegen die Forderungen der US-Musikindustrie gescheitert. Sie muss nun für den nicht-lizenzierte Besitz von 30 Songs insgesamt 22.500 US-Dollar zahlen.

Bei den ersten Klagen

Die 29jährige Mutter von fünf Kindern war im September 2003 mit einer Klage der Recording Industry Association of America (RIAA) konfrontiert, hatte sich aber dazu entschlossen, den Gang durch die Instanzen anzutreten. Eine Einigung mit der RIAA bei der damals ersten Klagen gegen Filesharer hätte sie im Jahre 2003 noch 3500 US-Dollar gekostet.

Erst hören, dann kaufen

Gonzales hatte vor Gericht argumentiert, dass sie 1370 Musikstücke nur auf ihren Computer geladen habe, um sie Probe zuhören und anschließend Tonträger davon zu kaufen. Für den Download benutzte sie die P2P-Tauschbörse Kazaa. Tatsächlich besaß sie auch einige der Musikstücke, die sich auch auf ihrem Computer befanden.

Der United States Court of Appeals betonte in seinem Urteil, dass der nicht-lizenzierte Besitz von 30 Songs eine Copyright-Verletzungen darstelle. Sie hätte die Songs löschen müssen, das Prinzip des "fair use" könne nicht angewendet werden.

Grokster-Urteil

In Anlehnung auf das für die US-P2P-Szene schwerwiegende Grokster-Urteil betonte das Berufungsgericht, das Tauschbörsen in erster Linie der Verbreitung von Copyright-geschütztem Material dienen würden. Auch die Argumentation, dass die Verbreitung von Musik über Tauschbörsen ein Marketinginstrument sei, wurde vom Gericht nicht beachtet.

Gonzalez muss nun 750 US-Dollar pro illegale Kopie zahlen.

Österreich

In Österreich wurden bisher 275 Verfahren gegen Benützer von P2P-Musiktauschbörsen vom Verband der österreichischen Musikwirtschaft IFPI Austria eingeleitet. Etwa 150 davon wurden, größtenteils außergerichtlich, beigelegt (Der WebStandard berichtete). Im Rahmen der "Aktion scharf" wird allerdings lediglich gegen User vorgegangen, die geschützte Musikstücke im Internet zur Verfügung stellen. Beim reinen Download ist – im Gegensatz zu Deutschland – die rechtliche Lage umstritten.(kk)

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    750 US-Dollar pro illegale Kopie muss eine P2P-Tauschbörsen-Nutzerin in den USA zahlen.

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