Wieder Erdbeben in Hindukusch-Region und Pakistan

16. Dezember 2005, 15:39
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Stärke 6,7 auf Richter-Skala - Zunächst keine Meldungen über Opfer oder größere Schäden

Islamabad - Zwei Monate nach dem verheerenden Erdbeben in Pakistan hat ein starkes Beben in der Region die Menschen erneut in Angst und Schrecken versetzt. Die Erdstöße im afghanischen Hindukusch-Gebiet und im Norden Pakistans erreichten die Stärke 6,7 auf der Richter-Skala. Über mögliche Opfer oder größere Schäden in dem dünn besiedelten Gebiet war auch Stunden nach dem Beben nichts bekannt.

Zahlreiche Menschen in Pakistan rannten in Panik auf die Straße, als die Erde um 02.48 Uhr (Ortszeit, Montag 22.48 Uhr MEZ) bebte, wie örtliche Medien berichteten. Die Erde habe etwa 375 Kilometer nördlich der pakistanischen Hauptstadt Islamabad in der Hindukusch-Region gebebt, sagte der Seismologe Nasir Mehmood. Nach Angaben des US-Instituts für Geologie lag das Epizentrum rund 230 Kilometer unter der Erdoberfläche in der bergigen Hindukusch-Region. Nach Angaben des Straßburger Observatoriums erreichte das Beben sogar eine Stärke von 6,9.

Vergleichbar mit Beben vom 8. Oktober

Das neue Erdbeben sei in seiner Intensität mit dem vom 8. Oktober zu vergleichen, bei dem rund 74.000 Menschen in Pakistan getötet wurden, sagte Mehmood weiter. In Muzaffarabad, der Hauptstadt des pakistanischen Teils von Kaschmir, rannten zahlreiche Menschen in Panik auf die Straße, wie der Augenzeuge Irshad Ahmed der Nachrichtenagentur AFP sagte.

"Trotz des harten Winters draußen sind die Leute schreiend aus ihren Hütten und Zelten gestürzt", sagte der aus der Gegend von Uri stammende Ahmed. Auch in Indisch-Kaschmir, wo vor mehr als zwei Monaten etwa 1.300 Menschen ums Leben gekommen waren, rief das Beben böse Erinnerungen wach. In der Sommerhauptstadt Srinagar begannen verängstigte Menschen, Verse aus dem Koran zu rezitieren.

Erschüttert wurden vor allem die pakistanischen Städte Peshawar, Abbottabad, Mansehra, Muzaffarabad, Balakot, Lahore, Faisalabad und Islamabad. In Afghanistan waren Ausläufer unter anderem in Jalalabad und der Hauptstadt Kabul zu spüren. Die betroffenen Gebiete sind wenig bevölkert, die kleinen Dörfer liegen weit auseinander. Erdbeben sind dort häufig, weil in der Nähe die eurasische und die indische Platte aufeinander treffen. Auch in Japan und Neuseeland bebte die Erde in der Nacht auf Dienstag - mit einer Stärke von 5,6 beziehungsweise rund 5,0 allerdings deutlich schwächer als in der afghanisch-pakistanischen Grenzregion.

Am 8. Oktober waren bei einem Erdbeben der Stärke 7,6 in Pakistan und Indien rund 74.000 Menschen ums Leben gekommen. Rund 3,5 Millionen Menschen wurden obdachlos, vor allem im pakistanisch kontrollierten Kaschmir und Teilen der Provinz North West Frontier. (APA/AFP/AP)

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