Brandrauch gefährdet Agrarboden

28. Dezember 2005, 13:09
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Großbrand ist gelöscht, aber riesige Rauchwolken bereiten weiter Sorgen

London – Feuerwehrleute haben den Großbrand in einem Treibstofflager bei London am Dienstag, zwei Tage nach dessen Ausbruch, weit gehend in Schaum erstickt. „Die letzte Phase der Operation hat mit einem weiteren großen Schaumangriff begonnen“, sagte ein Feuerwehrsprecher. Er rechnete damit, bis zum Ende des Dienstags auch die letzten drei von anfangs 20 brennenden Großtanks löschen zu können.

Keine Todesopfer

Nach einer Unterbrechung, die am Montagabend aus Furcht vor einer neuen Explosion angeordnet worden war, hatten in der Nacht mehr als 150 Feuerwehrleute ihre Arbeit trotz widriger Umstände fortgesetzt. Bei dem nach Einschätzung von Experten größten Industriebrand Europas seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges war wie durch ein Wunder niemand getötet worden. 43 Menschen erlitten zumeist leichte Verletzungen.

Rußteppich

Sorgen bereitete am Dienstag der riesige Teppich aus Rauch und Ruß, der sich von dem Treibstofflager bei der Ortschaft Hemel Hempstead aus über weite Gebiete Südenglands gelegt hat. Im günstigsten Fall werde die Riesenwolke über dem Atlantik vom Wind aufgelöst, erklärte die britische Umweltbehörde. Es bestehe jedoch die Gefahr, dass Schadstoffpartikel mit Regenfällen über dem Festland herunterkommen und in landwirtschaftlich genutzten Boden eindringen. Auch wenn sich die Schadstoffe über Stadtgebiet absenkten, hätte das schwer wiegende Folgen. Auf Satellitenbildern war zu sehen, dass sich der Rauchteppich über rund 120 Kilometer weit ausdehnte. Ausläufer waren schon am Montag über Frankreich ausgemacht worden.

Mehr als 500 Menschen, die aus der unmittelbaren Umgebung des Großbrandes in sichere Notunterkünfte gebracht worden waren, konnten vorerst nicht in ihre Häuser zurückkehren. Sie müssten noch einige Tage ausharren, bis die Luft in ihren Wohnorten wieder frei von Giftstoffen ist, erklärten die Behörden am Dienstag. Schulen geschlossen Etwas weiter entfernt lebende Bewohner der betroffenen Region wurden wegen der anhaltenden Rauchentwicklung aufgefordert, in ihren Wohnungen zu bleiben und alle Türen und Fenster geschlossen zu halten. Die Schulen in einem Radius von rund 17 Kilometern um das Tanklager blieben auch am Dienstag geschlossen.

Ermittlungen

Die genauen Ursachen des Großfeuers, das nach Schätzungen Schäden in Höhe von umgerechnet rund 100 Millionen Euro anrichtete, sollen von einer Regierungskommission ermittelt werden. Einen Terroranschlag hatten die Behörden schon am Sonntag ausgeschlossen. (dpa, Reuters, DER STANDARD Printausgabe, 14.12.2005)

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