Berlin und Wien fordern Steuerreform

21. Dezember 2005, 14:31
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EU-weiter Kampf gegen Mehrwertsteuerbetrug

Brüssel - Österreichs Finanzminister Karl-Heinz Grasser will die Bekämpfung des Betruges bei der Mehrwertsteuer zu einem der Hauptthemen der EU-Präsidentschaft machen. Auch die deutsche Bundesregierung sieht dies als Problem an und will hier mit Wien an einem Strang ziehen.

Die beiden Länder suchen laut einem Bericht der Financial Times die Unterstützung der EU-Kommission für einen ambitionierten Reformplan, der verhindern soll, dass dem Fiskus Milliarden von Euro jedes Jahr durch unrechtmäßige Mehrwertsteuerrückerstattungen verloren gehen. Das Münchner Ifo-Institut schätzt, dass die Verluste in ganz Europa rund 60 Milliarden Euro pro Jahr ausmachen - was rund die Hälfte des gesamten EU-Budgets ist.

Laut dem Vorschlag Berlins soll Mehrwertsteuer erst dann fällig werden, wenn Güter die Konsumenten tatsächlich erreichen und nicht verrechnet werden können, wenn sie zwischen Zwischenhändlern bewegt werden. Dieses Modell gibt es bereits in den USA. Frankreich drängt auf ermäßigte Mehrwertsteuersätze für Restaurants und will dies beim EU-Gipfel diese Woche durchsetzen. (afs, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.12.2005)

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