Aussterberate durch den Menschen um das 100- bis 1000-fache erhöht

12. Dezember 2005, 23:00
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Viele Spezies nur noch in letzten Refugien vertreten - Forscher identifizierten 595 Zentren bevorstehenden Aussterbens

Washington - Das Artensterben beschleunigt sich dramatisch: Heute sind einer Studie zufolge drei Mal so viele Arten bedroht, wie in den vergangenen 500 Jahren bereits ausgestorben sind. Der Mensch habe die Aussterberate um das 100- bis 1000-fache über das natürliche Maß hinaus getrieben, berichten US-Forscher in den "Proceedings" der amerikanischen Akademie der Wissenschaften ("PNAS"; DOI: 10.1073/pnas.0509060102).

Die Biologen untersuchten solche Arten, für die es weltweite Daten gibt. Dazu zählen Säugetiere, Vögel, Amphibien, einige Reptilien und als einzige Pflanzengattung Nadelhölzer. Die meisten der demnach 794 bedrohten Arten leben jeweils nur noch an einem Ort.

Chronik eines angekündigten Aussterbens

Seit dem Jahr 1500 sei die Ausrottung von 245 Arten aus diesen Gruppen verzeichnet, berichten die Forscher um Taylor Ricketts von der Umweltstiftung WWF. "Die festgelegten Arten machen nur ein Bruchteil aller aus, die durch das menschliches Handeln vom Aussterben bedroht sind." Die Forscher identifizierten 595 Zentren bevorstehenden Aussterbens, die jeweils als einzige verbliebene Heimat für bedrohte Arten dienen.

Die Mehrzahl dieser letzten Refugien sei nicht genug geschützt. Nur ein Drittel sei derzeit abgesichert. An den übrigen Plätzen sollten dringend Schutzmaßnahmen ergriffen werden, um den Verlust der Spezies zu verhindern, heißt es in dem Artikel. "Die große Mehrheit dieser Plätze liegt in Entwicklungsländern", schreiben Ricketts und Kollegen. "In vielen Fällen ist ihre Rettung nicht ohne substanzielle Hilfe aus den Industrieländern möglich." (APA/dpa)

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    Ein Baby-Dugong - eine andere Art der Seekühe, die Stellersche Seekuh, wurde noch in historischer Zeit ausgerottet

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