Deutsche Telekom: Aufsichtsrat stimmt Abbau von 32.000 Stellen zu

21. Dezember 2005, 14:09
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Massive Proteste - Ab Jänner auch Streiks gegen Jobabbau

Bonn/Berlin - Mit bundesweiten Protesten haben viele Beschäftigte der Deutschen Telekom gegen den geplanten Stellenabbau protestiert. Nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi beteiligten sich am Montag mindestens 28.000 Menschen an den Demonstrationen und Kundgebungen.

Aufsichtsrat stimmt Abbau zu

Der Aufsichtsrat hat inzwischen dem vom Vorstand geplanten Abbau von 32.000 Stellen bis 2008 zugestimmt. Wie der Konzern am Montagabend in Bonn mitteilte, überstimmten die Vertreter der Anteilseignerseite in dem 20-köpfigen Gremium die Arbeitnehmervertreter.

Die Telekom verfügt derzeit noch über rund 170.000 Beschäftigte. In den vergangenen zehn Jahren sind bei dem ehemaligen Staatsunternehmen bereits rund 100.000 Stellen weggefallen. Am stärksten betroffen von der neuen Abbaurunde ist die Festnetzsparte T-Com. Dort sollen allein rund 20.000 Stellen wegfallen.

"Ab Jänner alles möglich"

"Ab Jänner ist alles möglich bis hin zu Streiks", sagte der Berliner Verdi-Bezirksgeschäftsführer Roland Tremper. Die Telekom-Beschäftigten machten indes mit markanten Sprüchen ihrem Unmut über den Stellenabbau Luft. Auch der Telekom-Chef geriet ins Visier der Protestler: "Ricke, wir haben die Faxen dicke" war auf Transparenten zu lesen.

Treml forderte den Vorstand auf, ernsthaft mit den Arbeitnehmervertretern zu verhandeln und taktische Spielerein zu beenden. "Die vorgelegten, skandalösen Pläne des Telekom-Vorstands müssen vom Tisch", sagte der Gewerkschafter, der auch stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats ist. (red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.12.2005)

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