Vorstand wird verkleinert

21. Dezember 2005, 15:00
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Nach dem Abgang von Generaldirektor Heinz Sundt nur mehr Dreierführung

Wien – Spätestens Ende April 2007 wird die Telekom Austria (TA) nur mehr drei Vorstandsmitglieder haben. Entschließt sich Generaldirektor Heinz Sundt, was Kapitalvertreter im TA-Aufsichtsrat am Montag nicht mehr ausschließen wollten, sein Vorstandsmandat bereits früher gegen einen Konsulentenvertrag einzutauschen, könnte die Verschlankung an der TA-Spitze bereits früher erfolgen.

Angepeilt werde der "ehrenvolle Ausstieg" für die Aufsichtsratssitzung Ende März. Da werde die Bilanz 2005 mit Gewinnsteigerung auf 370 Mio. Euro beschlossen.

Sundt gibt Widerstand auf

Kontroversielle Diskussionen über die Vorstandsfrage erwartete man angesichts dieser Lösung im Dunstkreis des bestimmenden TA-Minderheitsaktionärs ÖIAG (25,2 Prozent) vor der Aufsichtsratssitzung am Montagabend nicht mehr. Denn Sundt soll bereits signalisiert haben, seinen Widerstand gegen den von ÖIAG, TA-Festnetzvorstand Rudolf Fischer und Mobilkom-Chef Boris Nemsic befürworteten Konzernumbau samt Ausgliederung des Festnetzes in eine eigenständige operative Gesellschaft aufzugeben.

Die volle Abgeltung aller Ansprüche aus Sundts bis April 2007 laufenden Vertrag sei dabei immer so sonnenklar gewesen, wie eine Verlängerung über April 2007 hinaus unwahrscheinlich, stellte ein Kapitalvertreter klar. Zu groß seien die Auffassungsunterschiede innerhalb des Führungsgremiums. So gut wie fix ist damit auch, dass der Aufsichtsrat Nemsic zum neuen CEO designiert und den Personalausschuss einen Finanzvorstand suchen lässt. Bis der kommt, sollte TA-Finanzvorstand Stefano Colombo unbedingt bleiben, wünscht man sich in der TA. Dass der im Finanzministerium favorisierte Thomas Winkler, Finanzvorstand von T-Mobile International Colombo nachfolgen wird, halten TA-Insider für unwahrscheinlich. Da werde man ein Wörtchen mitreden, meint ein hoher Funktionär. (Luise Ungerboeck, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.12.2005)

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