EU-Streit um TV-Regeln

13. Dezember 2005, 16:20
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Entschärfte Richtlinie soll Werberegeln lockern

Am Dienstag soll die EU-Kommission die geplante Fernsehrichtlinie beschließen. Aber noch am Montag stritt die EU-Kommission über die Pläne von Medienkommissarin Viviane Reding.

Redig will Product-Placement in Spielfilmen und Serien erlauben, zudem Spots außerhalb von Werbeblöcken. Ihr Entwurf für die Richtlinie verabschiedet sich auch von der bisherigen Vorgabe, zwischen zwei Werbeblöcken müssten mindestens 20 Minuten Programm liegen.

Sieben Kommissare, darunter Verbraucherschutzkommissar Markos Kyprianou, lehnen Redings Vorschläge ab. Zuvor schon protestierten Verlegerverbände. Sie fürchten um Werbeeinnahmen, werden die Regelungen fürs Fernsehen gelockert.

Inspiration durch österreichisches Modell

Am Umgang mit Product Placement feilten Redings Mitarbeiter mit Blick nach Wien. "Wir haben uns stark vom österreichischen Modell inspirieren lassen", sagte Redings Sprecher, Martin Selmayr, dem STANDARD. Allerdings falle die geplante EU-Regelung "etwas strenger" aus, weil die Sender ihre Zuschauer laut Entwurf vor dem Film auf die versteckten Werbebotschaften hinweisen müssten.

Ministerrat und EU-Parlament müssen einer Neuregelung zustimmen. (Alexandra Föderl-Schmid/DER STANDARD; Printausgabe, 13.12.2005)

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