"Rembrandt total" in den Niederlanden zum 400. Geburtstag

12. Dezember 2005, 19:01
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"Rembrandt total" in den Niederlanden zum 400. Geburtstag Startschuss zum Rembrandt-Jahr am 14. Dezember in Leiden

Den Haag (APA/dpa) - Die Niederlande im Rembrandt-Fieber: Ein ganzes Jahr lang soll der geniale Maler und vielleicht berühmteste Sohn des Landes gefeiert werden. Am 15. Juli ist der 400. Geburtstag des Künstlers aus dem "goldenen" 17. Jahrhundert, und ganz 2006 wurde zum Rembrandt-Jahr erklärt. Die Schirmherrschaft hat Königin Beatrix übernommen. Städte, Museen und Tourismusbüros rühren schon kräftig die Werbetrommel.

Am 14. Dezember gibt die Königin das Startsignal in Leiden. Im Museum Lakenhal eröffnet sie eine Ausstellung mit Bildern Rembrandts von seiner Mutter. In der malerischen, typisch holländischen Stadt Leiden am alten Rhein hatte der Müllerssohn Rembrandt van Rijn das Licht der Welt erblickt. Und Licht wurde zu einem zentralen und aufregenden Mittel seiner Malkunst. Mit den Gegensätzen von Hell und Dunkel setzte Rembrandt seine Gestalten in Szene, Licht und Schatten beherrschte er wie kaum ein anderer.

Einer dieser anderen war Michelangelo Merisi Caravaggio. Und schon jetzt verspricht eine Ausstellung mit vielen Bildern der beiden barocken Künstler zu einer Schau der Superlative zu werden. Sie ist vom 24. Februar bis zum 18. Juni im Amsterdamer van-Gogh-Museum zu sehen. Caravaggio war schon vor Rembrandt der Meister des Clair- obscure (Hell-Dunkel). Rembrandt hat den älteren Italiener nicht gekannt, aber sicher von dessen Werk gewusst. Noch nie waren der barocke Maler des Nordens und der frühbarocke Caravaggio so ausführlich zu vergleichen.

Das Rijksmuseum in Amsterdam, geradezu eine Rembrandt-Bastion, holt - so die Eigenwerbung - "das Schönste vom Schönsten" aus seinen Schatzkisten. Nicht nur Rembrandt, auch Frans Hals, Jan Vermeer und andere "Publikumslieblinge" werden das ganze Jahr über unter dem Titel "die Meisterwerke" präsentiert. Der Mittelpunkt bleibt natürlich Rembrandts vielleicht berühmtestes Bild, "Nachtwache". Der britische Regisseur Peter Greenaway macht dazu einen Film, der im Sommer dort gezeigt wird.

Rembrandt-Fans und Neugierige sollen sich aber nicht nur an spektakulärer Kunst erfreuen. Sowohl in Rembrandts Geburtsstadt Leiden als auch in seinem langjährigen Wohnort Amsterdam gibt es - mit oder ohne Führung - organisierte Spaziergänge zu den Stationen seines Lebens. Dazu zählt in der Stadt an der Amstel an erster Stelle sein ehemaliges Wohnhaus in der Jodenbreestraat, das heutige Rembrandt-Museum. Dort führte der Meister ein nicht unbedingt vorbildliches Leben, das auch über seine finanziellen Möglichkeiten ging. Weil er das Haus schließlich versteigern lassen musste, wurde ein genaues Inventar erstellt. Der Pleite des Malers ist es also zu verdanken, dass man noch heute weiß, wie es bei ihm daheim aussah.

Keine Frage, dass Hoteliers und Gastwirt mit all diesen Attraktionen auf kräftige Umsätze hoffen. Zum Kulturereignis des Jahres erwartet die niederländische Tourismuswirtschaft 250.000 Rembrandt-Reisende aus aller Welt. (Internet: http://www.rembrandt400.nl)

Start des Rembrandt-Jahres mit Ausstellung in Rotterdam Zeichnungen von Rembrandt und dessen Schülern bzw. Weggefährten zu sehen

Rotterdam (APA/dpa) - Mit einer Ausstellung von Zeichnungen will das Museum Boijmans Van Beuningen in Rotterdam auf das bevorstehende Rembrandt-Jahr einstimmen. Gezeigt werden vom 10. Dezember bis 5. März 36 Zeichnungen des Künstlers aus eigenem Besitz des Museums. Die Sammlung war zuletzt 1988 komplett zu sehen.

Hinzu kommen rund 160 Zeichnungen von Schülern und Weggefährten Rembrandts, dessen 400. Geburtstag im nächsten Jahr (am 15. Juli) begangen wird. Die offizielle Eröffnung des Rembrandt-Jahres nimmt Königin Beatrix am 14. Dezember in dessen Geburtsstadt Leiden vor.

(S E R V I C E - Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 10.00-17.00, Sonntag 11.00-17.00 Uhr - Internet: http://www.boijmans.nl) (Schluss) aku

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