Neues Modell der Flüchtlingsintegration in Tirol

23. Dezember 2005, 13:10
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Betreute Unterkunft und Integrationspaket soll anerkannten Flüchtlingen Eingliederung erleichtern

Innsbruck - In einem bisher österreichweit einzigartigen Modell sollen in Tirol rund 35 anerkannte Flüchtlinge, die bisher in Heimen gelebt haben, in ihre "neue Heimat" integriert werden. Das kündigte Soziallandesrätin Christa Gangl (S) am Montag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck an.

Die Flüchtlinge sollen in einem betreuten Haus in Breitenwang (Bezirk Reutte) untergebracht werden. In Zusammenarbeit zwischen Gemeinde, Land, Caritas, Arbeitsmarkt und weiteren externen Partnern werde ein Integrationspaket geschnürt. Das Integrationsmodell in Breitenwang hat zwei Schwerpunkte. Einerseits schafft die Gemeinde Wohnraum, in dem die Flüchtlinge von der Caritas betreut werden sollen. Das Land Tirol habe für ein Objekt im Ortsteil "Kreckelmoss" bereits einen Mietvertrag abgeschlossen. Der zweite Schwerpunkt sei ein Integrationspaket in dem beispielsweise in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsmarktservice (AMS) und dem Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) ein Berufsschulungsprogramm organisiert werde. Darüber hinaus sollen Erwachsene an Arbeitsstrukturen herangeführt werden, Kinder an Kindergärten und Schulen. Weitere Schwerpunkte werden Sprachkurse, Organisation von interkulturellen Tagen sowie eine begleitende Öffentlichkeitsarbeit sein.

Integrationsvereinbarung

Zwischen den anerkannten Flüchtlingen und dem Land werde eine Integrationsvereinbarung abgeschlossen. Dabei verpflichten sich die Flüchtlinge einen Deutschkurs zu besuchen. Ziel des Projektes ist es, die Flüchtlinge wirtschaftlich, sozial und gesellschaftlich zu integrieren. Bis Juni sollen die Familien im Haus in Kreckelmoos einziehen.

"Erfolgreiche Integration kommt Asylanten und Einheimischen zugute", freute sich Gangl über das Projekt: "Im Gegenzug für das aktive Entgegenkommen erhalten die Gemeinde sowie die Bezirkshauptmannschaft Reutte bei der Auswahl der Unterzubringenden ein gewisses Mitspracherecht." Gangl möchte andere Bürgermeister ermuntern, sich das Projekt anzuschauen. (APA)

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