Spieler von Vietnams Teamchef Riedl unter Schiebungsverdacht

19. Dezember 2005, 16:01
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Ex-ÖFB-Nationaltrainer: "Ich befürchte, dass die Anschuldigungen begründet sind"

Hanoi - Mindestens vier Spieler des vietnamesischen Fußball-Teamchefs Alfred Riedl stehen unter dem Verdacht, Resultate internationaler Freundschaftsspiele gekauft zu haben. Dies bestätigten am Montag vietnamesische Staatszeitungen. Die Nationalspieler, alle jünger als 23 Jahre, sollen gemäß der Tageszeitung "An Ninh Thu Do" die Partien ihrer Mannschaft gegen Burma und Malaysia bei einem regionalen Turnier im Dezember betrügerisch beeinflusst haben.

Eine andere Tageszeitung, "Thanh Nien", berichtete, dass Vietnam gegen Burma "wie arrangiert" 1:0 geendet hatte, nachdem einige vietnamesische Akteure "ihren Spielrhythmus erheblich verlangsamt" hatten. Während der Generalsekretär des vietnamesischen Fußballverbandes (FVF), Tran Quoc Tuan, keinen Kommentar abgeben wollte, meldete sich Riedl gegenüber der französischen Nachrichtenagentur AFP zu Wort: "Ich habe es von Journalisten erfahren und befürchte, dass die Anschuldigungen begründet sind, auch wenn ich dafür keinen Beweis habe."

Riedl hatte laut Zeitungsangaben im Match gegen Malaysia (2:1) Spieler ausgewechselt, die ihm aufgefallen waren. "Ich habe aber nichts derartiges gewusst. Als einige schlecht spielten, habe ich geglaubt, dass es an den schwierigen Bedingungen lag. Jetzt muss ich das aber noch einmal überdenken", erklärte der Niederösterreicher, der im April einen Drei-Jahres-Vertrag unterschrieben hatte. "Ich bin sehr enttäuscht und hoffe, dass das alles nicht wahr ist. Aber ich befürchte, dass es stimmt."

Die Korruption stellt im vietnamesischen Fußball seit Jahren ein anhaltendes Problem dar. Rund 90 Spieler, Schiedsrichter und Funktionäre der V-League werden zur Zeit einer groß angelegten behördlichen Untersuchung unterzogen.(APA/AFP)

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