Griff ins Klo

20. Dezember 2005, 13:15
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Ein Häuslschmäh, sozusagen

Der Griff ins Klo ist beliebt. Nicht als tatsächlich vollzogene Handlung natürlich, sondern als sprachlicher Ausdruck dafür, dass eine Sache gründlich schief gegangen ist (65.700 Treffer bei Google!) Ein paar konkrete Belegstellen aus dem Internet: "Dieser Tag, dieser Tag, dieser Tag, ist wie ein Griff ins Klo" (Textzeile aus einem Lied des Sängers Hermann von Veen); "Ein ziemlicher Griff ins Klo ist Erfolgsregisseur Steven Spielberg und Scientology-Anhänger Tom Cruise da gelungen" (Filmkritik über ,Krieg der Welten’); "Zum Abendessen bleibe ich heute im eigenen Restaurant, es wird im Lonely Planet hoch gelobt. Meine Auswahl heute ist leider voll der Griff ins Klo, das Chicken Curry ,Rakhine Style’ ist ziemlich mies mit vielen Knochen." (Aus einem Bericht über eine Burma-Reise) Es bleiben, wie so oft, Arbeitsaufträge an die p. t. Leser zu vergeben:

Erstens: Nehmen Sie, sofern Sie Österreicher sind, dieses Stichwort zum Anlass, unseren geschätzten Lesern im Ausland, vor allem im deutschsprachigen, zu erklären, was man hierzulande unter einem Häuslschmäh versteht. Erläutern Sie dies anhand konkreter Beispiele, wenn möglich aber unter Vermeidung besonders garstiger Worte. Wir wollen ja ein gewisses Niveau halten.

Zweitens: Sie wollen das Klo sprachlich umgehen. Wie bringen Sie dann aber prägnant zum Ausdruck, dass Sie Ihnen bei einem bestimmten Vorhaben kein Glück beschieden war? Viel Spaß, und nicht voneinander abschreiben!

Von
Christoph Winder

Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.

Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und erörternswerte Wörter sind erbeten an
christoph.winder@
derStandard.at
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