Basescu fordert vollständige Kontrolle Moldawiens über Transnistrien

19. Dezember 2005, 11:26
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Rumänischer Präsident appelliert an EU und USA

Bukarest - Der rumänische Staatspräsident Traian Basescu hat die Herstellung der vollständigen Kontrolle Moldawiens (Moldau) über die abtrünnige "Dnjestr-Republik" (Transnistrien) gefordert und seinen Appell an die EU und die USA erneuert, eine "annehmbare Lösung" des Konflikts um die "Separatistenregion" herbeizuführen. Basescu erklärte dies nach Arbeitsgesprächen mit dem moldawischen Staatspräsidenten Vladimir Voronin am Wochenende in Bukarest. Der Westen müsse den Abzug des russischen Truppenkontingents aus Transnistrien erwirken.

In der "Dnjestr-Republik" fanden am gestrigen Sonntag international nicht anerkannte Wahlen statt. Rund 420.000 Wahlberechtigte waren aufgerufen, 43 Abgeordnete zu wählen. Auf der jüngsten OSZE-Konferenz in Laibach hatte sich Russland bis zuletzt der Forderung nach Abzug seiner Truppen vom Territorium Moldawiens widersetzt.

Moldawien, dessen Einwohner zu 65 Prozent ethnische Rumänen sind, entstand aus großen Teilen Bessarabiens, das 1940 durch den Hitler-Stalin-Pakt von Rumänien abgetrennt und der Sowjetunion zugeschlagen worden war. Stalin gliederte der neu geschaffenen Sowjetrepublik Moldawien das linke Dnjestr-Ufer mit mehrheitlich russischer und ukrainischer Bevölkerung an. Beim Zerfall der Sowjetunion erklärte Moldawien seine Souveränität. Führer der slawischen Mehrheitsbevölkerung Transnistriens, die den Anschluss an Rumänien befürchteten, riefen daraufhin die "Dnjestr-Republik" aus. Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Separatisten mit Hunderten von Toten waren 1992 durch einen Waffenstillstand beendet worden. Die ehemalige sowjetische 14. Armee hatte sich im Bürgerkrieg auf die Seite der slawischen Minderheit gestellt. (APA/AFP)

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