Fünf Jahre "Courage"

12. Dezember 2005, 11:27
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Kritik an Bundesregierung bei Feier der Wiener Beratungsstelle

Wien - Ihr fünfjähriges Bestehen feierte die Beratungsstelle "Courage" am Samstag in Wien. "LesBiSchwule und TransGender-Personen haben ein Recht auf Anerkennung ihrer Interessen - und dazu gehört das Ende der rückwärtsgewandten Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Liebe", erklärte die für Antidiskriminierung zuständige Wiener Stadträtin Sonja Wehsely beim Festakt "Freigeboren".

Beratung

Courage ist die erste Beratungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen, die nicht nur seitens der Stadt Wien, sondern auch vom Bund im Sinne des Familienberatungsförderungsgesetzes anerkannt wird. Seit fünf Jahren wird Beratung vor allem für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Tansgender-Personen und ihre Angehörigen kostenlos und anonym angeboten.

Die PartnerInnen-, Familien- und Sexualberatungsstelle steht in den Themenbereichen Beziehungen und Sexualität sowie Gewalt und sexuelle Übergriffe allen Rat- und Hilfesuchenden zur Verfügung. In den letzten fünf Jahren seien rund 5.000 Homosexuelle und Tansgender-Personen, darunter auch zahlreiche Eltern und Angehörige, die an den Folgen bestehender Zerrbilder und daraus resultierender Diskriminierungen in Österreich leiden, von Courage beraten und begleitet worden.

Diskriminierungen

"Die aktuelle Diskussion zeigt, dass Lesben, Schwule, Bisexuelle und transidente Menschen in Österreich nach wie vor Diskriminierungen und Vorurteilen ausgesetzt sind, die zu erheblichen psychischen und sozialen Belastungen für sie führen", so Johannes Wahala, Psychotherapeut und Leiter der Beratungsstelle. "Durch Aussagen wie von Volksanwalt Stadler werden gleichgeschlechtlich empfindende Menschen wieder einmal als krank und pervers stigmatisiert und an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Dies wirkt sich massiv negativ auf die Gesundheit und die Lebensqualität dieser Personengruppe aus."

Unterstützung

Das Ehrenkomitee des Festaktes am Samstag setzte sich u.a. aus dem Wiener Bürgermeister Michael Häupl, Bundesministerin Maria Rauch-Kallat, dem burgenländischen Landeshauptmann Hans Niessl und den Wiener Stadträtinnen Renate Brauner und Sonja Wehsely zusammen. Dem Unterstützungskomitee der Beratungsstelle Courage gehören u.a. an: Bundespräsident Heinz Fischer, Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, Menschenrechtsexperte Manfred Nowak, Sexualforscherin Gerti Senger. (red)

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