AK-Studie: Wertschöpfung und Löhne sinken - Gewinne steigen

21. Dezember 2005, 14:09
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Auslagerungs-Boom sehen AK-Experten als Hauptgrund für Rückgang der Wertschöpfungsquote bei großen und mittelgroßen Kapitalgesellschaften

Wien - Die Wertschöpfungsquote österreichischer Unternehmen ist von 1993 bis 2003 um vier Prozentpunkte von 31,8 Prozent auf 27,8 Prozent zurückgegangen. Dies zeigt eine Untersuchung der Arbeiterkammer (AK) von 354 großen und mittelgroßen Kapitalgesellschaften laut einer Aussendung am Montag. Ebenfalls gesunken seien die Löhne und Gehälter, und zwar im Verhältnis zum Umsatz um 2,8 Prozentpunkte. Die Gewinne der Unternehmen seien hingegen um 1,2 Prozentpunkte gestiegen.

Dabei liege die Wertschöpfungsquote der Unternehmen in mehrheitlich ausländischem Eigentum mit 26,2 Prozent deutlich unter dem Durchschnitt von 30 Prozent. "Der Hauptgrund für den allgemeinen Rückgang der Wertschöpfungsquote sind Auslagerungen", sagt Studienautor Alfred Kraus, "ausgelagerte Leistungen müssen teuer von außen zugekauft werden. Das gilt wegen der Konzernverrechnungspreise auch dann, wenn es sich nur um eigene, ausgelagerte Konzernunternehmen handelt."

Auswirkungen auf die heimische Volkswirtschaft

Diese Entwicklung habe Auswirkungen auf die österreichische Volkswirtschaft: Der Rückgang der Wertschöpfungsquote trage zu einem niedrigeren österreichischen Wirtschaftswachstum bei. Der Druck auf die Personalkosten bei gleichzeitig steigenden Gewinnen führe zu einer Umverteilung zum Kapital und lasse den privaten Konsum zu wenig wachsen.

Die AK hat auf Basis der veröffentlichten Jahresabschlüsse die Entwicklung der Wertschöpfung bei 354 österreichischen Kapitalgesellschaften (Industrie, Handel, Dienstleistungen, Energie- sowie Bauunternehmen) für den Zeitraum 1993 bis 2003 untersucht und folgende Punkte festgehalten:

  • Die Wertschöpfung sinkt im Verhältnis zum Umsatz (=Wertschöpfungsquote) von 31,8 Prozent (1993) um vier Prozentpunkte auf den Wert von 27,8 Prozent (2003). Im Durchschnitt dieses Zeitraums erreichten die Unternehmen eine Wertschöpfungsquote im Ausmaß von knapp 30 Prozent. Die Unternehmen in mehrheitlich ausländischem Eigentum liegen unter diesem Durchschnitt (26,2 Prozent), während die Unternehmen in mehrheitlich inländischem Eigentum eine deutlich höhere Wertschöpfungsquote aufwiesen (32,8 Prozent).

  • Im Verhältnis zum Umsatz sinkt der Anteil der Löhne und Gehälter von 20 Prozent im Jahr 1993 um 2,8 Prozentpunkte auf 17,2 Prozent im Jahr 2003. Der Beschäftigtenstand aller untersuchten Unternehmen ist um 1.457 Beschäftigte zurückgegangen. Ohne den Anteil der Teilzeitarbeitsplätze vor allem im Handel sinkt der Beschäftigtenstand noch wesentlich stärker.

  • Im Verhältnis zur Betriebsleistung sind die Gewinne der analysierten Unternehmen von 4,1 Prozent (1993) um 1,2 Prozentpunkte auf 5,3 Prozent (2003) gestiegen.
(APA)
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