Swisscom-Chef will keine finanzielle Grenze für Auslandskäufe

20. Dezember 2005, 10:20
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"Wir könnten in einem Jahr mehrere Milliarden Franken für eine Übernahme im Ausland ausgeben müssen" -Alder warnt vor weiterer Privatisierung: Da wären wir in halbem Jahr geschluckt

Der Chef des Telekommunikationskonzerns Swisscom, Jens Alder, hat sich erneut gegen eine von der Schweizer Regierung geforderte finanzielle Obergrenze für Zukäufe im Ausland ausgesprochen. "Eine finanzielle Limite, eine Obergrenze für Auslandsengagements wäre schwer zu akzeptieren.

Investieren

Wir müssen uneingeschränkt investieren", sagte Alder in einem Interview mit dem "SonntagsBlick". Alles andere wäre existenziell gefährlich. "Ich schließe nicht aus, dass wir in einem Jahr mehrere Milliarden Franken für eine Übernahme im Ausland ausgeben müssen", führt er aus.

"In diesem Fall werden wir in sechs Monaten geschluckt, davon bin ich überzeugt."

Die Folgen der vom Bund angestrebten Privatisierung der Swisscom beschreibt Alder wie folgt: "In diesem Fall werden wir in sechs Monaten geschluckt, davon bin ich überzeugt." An eine schweizerische Volksaktie glaube er nicht. Als potenzielle Käufer kämen die großen Konkurrenten aus Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Spanien, Italien, Vodafone in Betracht sowie Gesellschaften, die über 20 Mrd. Franken (12,99 Mrd. Euro) ausgeben können. Der Bund hält derzeit rund 66 Prozent an Swisscom.

Trotz des überraschenden Strategiewechsels des Bundes wolle er weiter an der Spitze der Swisscom bleiben: "Ich habe keine Gelüste auf einen Jobwechsel."(APA/Reuters)

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