Anschlag im Zentrum von Athen: Keine Todesopfer

14. Dezember 2005, 15:50
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Sprengsatz gegenüber Ministerium detoniert - Drei Verletzte - Täter unklar - Zwei Warnanrufe bei Zeitung eingegangen

Athen - Eine heftige Bombenexplosion hat am Montagmorgen die Innenstadt von Athen erschüttert und drei Menschen leicht verletzt. Die Detonation ereignete sich in der Nähe eines großen Postamtes am Syntagma-Platz, allerdings außerhalb der Öffnungszeit. Mehrere Fahrzeuge wurden beschädigt, in einigen Häusern gingen Fensterscheiben zu Bruch.

Die Polizei erklärte, der Sprengsatz sei offenbar in einem Behälter auf einem Motorrad versteckt gewesen. Die Explosion dürfte per Zeitzünder ausgelöst worden sein. In der Nähe stehende Gasflaschen auf einer Baustelle explodierten entgegen ersten Berichten nicht. Wenige Minuten vor der Explosion gingen zwei Warnanrufe bei einer Athener Zeitung ein. Der Anrufer erklärte, der Anschlag gelte dem Wirtschaftsministerium. Dieses liegt in der Nähe des Anschlagsortes, wurde aber nicht beschädigt. Die Polizei riegelte den Tatort ab.

"Schaden ihrem Land"

"Die Leute, die diese Anschläge verüben, schaden ihrem Land", sagte Arbeitsminister Panos Panayiotopoulos dem Fernsehsender Alpha. "Griechenland ist ein friedliches Land, der Anschlag schadet diesem Ansehen."

Im Juni war das Arbeitsministerium Ziel eines Anschlags. Das Gebäude wurde schwer beschädigt, Verletzte gab es damals nicht. Eine Gruppe namens Revolutionärer Kampf bekannte sich damals zu der Tat und erklärte, diese richte sich gegen die geplanten Arbeitsmarktreformen der Regierung.

Vor Protestwoche

Auf dem Syntagma-Platz finden häufig Demonstrationen statt. Griechenland steht eine Protestwoche gegen die von der Regierung geplanten Reformen im öffentlichen Dienst bevor. Für Mittwoch rief der einflussreiche Gewerkschaftsbund GSEE zum Generalstreik auf. Weitere Streiks im Gesundheits- und Bildungswesen sowie bei öffentlichen Verkehrsbetrieben werden im Laufe der Woche erwartet. Bereits im vergangenen Monat waren zehntausende Menschen gegen die Regierungspolitik in Athen auf die Straßen gegangen. Der Anschlag könnte aber auch im Zusammenhang mit der Aufnahme eines Berufungsverfahrens gegen Mitglieder der Untergrundorganisation "17. November" Anfang Dezember stehen.

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