Gotovina wird erstmals UNO-Tribunal vorgeführt

12. Dezember 2005, 14:42
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Anwälte: Ex-General plädiert auf nicht schuldig - Präsident Mesic: "Uns interessiert die Wahrheit"

Den Haag/Zagreb/Wien - Der kroatische General Ante Gotovina (50), der wegen Verbrechen an Serben während der militärischen Offensive "Oluja" (Sturm) im August 1995 angeklagt ist, wird heute erstmals den Richtern des UNO-Kriegsverbrechertribunals in Den Haag vorgeführt. Etwa gegen 12.45 Uhr soll er dem Gericht mitteilen, ob er auf schuldig oder nicht schuldig plädiert. Die Anwälte von Gotovina kündigten bereits an, dass ihr Mandant in allen Anklagepunkten auf nicht schuldig plädieren werde.

Gotovina wird sich zur Anklage äußern, in der er als Kommandant der Operation "Oluja" für Ermordungen, Vertreibungen, Deportationen, Plünderungen und Zerstörungen des Eigentums von Krajina-Serben verantwortlich gemacht wird. Laut Anklage war Gotovina - gemeinsam mit dem 1999 verstorbenen kroatischen Präsidenten Franjo Tudjman und der militärischen und politischen Spitze Zagrebs - Teil des "gemeinsamen verbrecherischen Unternehmens".

Rechtliche Unterstützung

Mesic versicherte unterdessen, dass Zagreb Gotovina rechtlich unterstützen werde. "Uns interessiert die Wahrheit", sagte der Präsident, "und in diesem Sinne muss Kroatien den General unterstützen. Aber nicht mit irgendwelchen kehllautigen Botschaften, sondern mit Botschaften von Sachverständigen von Experten." (APA)

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    Ein Mädchen mit einem Ante Gotovina-Poster bei einer Kundgebung in Split.

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