Wahlbeginn in Krankenhäusern und Gefängnissen

13. Dezember 2005, 18:41
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Drei Tage vor offiziellem Termin - Sistani fordert in Fatwa zur Wahlteilnahme auf

Bagdad/Berlin - In irakischen Krankenhäusern, Gefängnissen und auf Militärstützpunkten beginnt die Parlamentswahl bereits am Montag und damit drei Tage vor dem offiziellen Termin. Wahlberechtigte Soldaten, Polizisten, Klinikpatienten sowie noch nicht verurteilte Gefängnisinsassen dürfen ab 9.00 Uhr ihre Stimme abgeben, wie die Behörden in Bagdad mitteilten.

Der einflussreiche schiitische Geistliche Großayatollah Ali al-Sistani forderte seine Anhänger auf, sich an der Wahl zu beteiligen. Die Wahlberechtigten sollten ihre Stimme den Kandidaten geben, die ihre Prinzipien und ihre Interessen schützen könnten, erklärte Sistani in einer so genannten Fatwa.

Schlüssel für Abzugsbeginn

Mehrere US-Senatoren erklärten, eine hohe Wahlbeteiligung sei der Schlüssel für einen möglichen Beginn des amerikanischen Abzugs. Angesichts sei der anhaltenden Gewalt im Irak erscheine ein baldiger Rückzug in größerem Umfang zunächst aber nicht wahrscheinlich, sagte der Republikaner Lindsey Graham am Sonntag in Washington. Der Demokrat Joseph Biden erklärte, ein Abzug wäre schwierig, falls die Iraker bei der in vier bis sechs Monaten geplanten Abstimmung über eine neue Verfassung keinen Konsens erzielen würden.

Die Regierung in Bagdad kündigte für die Wahl eine Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen an. So sollen Grenzen und Flughäfen geschlossen, das Ausgehverbot in der Nacht ausgedehnt und Reisen über Provinzgrenzen hinweg verboten werden. Das Innenministerium erklärte, alle Anordnungen sollten am Dienstag in Kraft treten - zwei Tage vor der Wahl. Das Ausgehverbot beginnt dann schon um 22.00 Uhr statt bisher um Mitternacht und dauert bis 06.00 Uhr. (APA/AP)

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    Drei Tage vor dem allgemeinen Wahltermin wählten IrakerInnen in Krankenhäusern, Gefängnissen und auf Militärstützpunkten.

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