Juncker setzt bei EU-Krise auf Zusammenhalt der Euro-Gruppe

15. Dezember 2005, 18:08
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Konzentration auf Kerngruppe falls "alles gelähmt ist"

Hamburg - Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker setzt für den Fall einer Verschärfung der EU-Krise auf die Zusammenarbeit der Euro-Gruppe. "Wenn nichts mehr geht und alles gelähmt ist, werde ich ohne jeden Zweifel zu jenen gehören, die aus der Dynamik der Euro-Gruppe heraus weiter Gehendes versuchen würden", sagte Juncker der "Financial Times Deutschland" (Montagausgabe). Der Träger des Karlspreises 2006 warnte allerdings davor, der Gruppe der zwölf Euro-Staaten übereilt und ohne klare Definition der Ziele neue Verantwortung aufzubürden.

Juncker zeigte sich offen gegenüber einer stärkeren politischen Rolle der Euro-Gruppe und sogar gegenüber einem möglichen Treffen der Staats- und Regierungschefs dieser Gruppe, der nur jene EU-Länder angehören, die bereits den Euro eingeführt haben. Vor allem bei einem endgültigen Aus für die EU-Verfassung wäre eine größere Rolle der Euro-Gruppe sinnvoll. "Wenn die Verfassung endgültig scheitert, kann die Euro-Gruppe eine Hebelwirkung haben", sagte Juncker. "Sie kann auch eine Hebelwirkung haben, damit wir den Verfassungsprozess wieder in Gang bringen. Denn sie kann zeigen, dass es ansonsten auch in dieser kleineren Formation geht." (APA)

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