Talabani rechnet nicht mit Tötung von Susanne Osthoff

14. Dezember 2005, 17:41
1 Posting

Präsident rechnet mit Abzug der amerikanischen Truppen ab Ende 2006

Berlin - Der irakische Präsident Jalal Talabani geht nicht von einer Ermordung der deutschen Geisel Susanne Osthoff aus. In einem Interview für die ARD-Sendung "Sabine Christiansen" sagte er am Sonntagabend: "Ich erwarte nicht, dass die Geisel umgebracht wird. Deutschland hat und hatte keine Verbände im Irak. Es gibt kein Motiv für Terroristen, eine deutsche Staatsbürgerin umzubringen."

Talabani räumte allerdings ein, bisher keine Hinweise auf die Entführer oder den Aufenthaltsort der deutschen Geisel zu haben: "Wir haben alles versucht, um ihren Aufenthaltsort zu ermitteln und herauszufinden, welche Gruppe hinter der Entführung steht. Wir nutzen auch unsere Beziehungen zu unseren arabischen Brüdern, um ihre Freilassung zu erwirken", sagte der Präsident.

US-Truppen schrittweise ablösen

Der irakische Präsident sagte weiter, er rechne für Ende 2006 mit dem Beginn des Abzugs der amerikanischen Truppen aus seinem Land. "Dann werden unsere Sicherheitskräfte in der Lage sein, schrittweise die Kräfte der Koalition abzulösen. Und bis Ende des nächsten Jahres werden wir auch eine Vereinbarung schließen können für einen schrittweisen, mit einem Zeitplan versehenen Abzug der Kräfte aus dem Irak."

Bei den am kommenden Donnerstag stattfindenden Parlamentswahlen im Irak rechnet Talabani mit einer hohen Wahlbeteiligung. "Ich erwarte, dass sehr viele Iraker diesmal an die Urnen gehen werden. Das irakische Volk lässt sich durch die Drohungen von Terroristen nicht abschrecken. Sie sind fest entschlossen, mit zu wählen." Die Parteien versuchten, alle Kräfte des Volkes zu mobilisieren. "Persönlich erwarte ich eine massive Beteiligung von denen, die für die Verfassung gestimmt haben, auch an diesen Wahlen", sagte Talabani. (APA/AP)

Share if you care.