Anwälte beantragen Hinrichtungsaufschub

12. Dezember 2005, 16:28
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Erneute Prüfung des Falls von "Tookie" Williams angestrebt

San Francisco - Die Anwälte des Todeskandidaten Stanley "Tookie" Williams (51) haben zwei Tage vor der geplanten Hinrichtung ihres Mandanten einen Aufschub der Vollstreckung beantragt. Wie die "Los Angeles Times" am Sonntag berichtete, wollen sie beim Obersten Gericht von Kalifornien außerdem eine erneute Prüfung des Falls erreichen.

Die Verurteilung Williams 1981 wegen vierfachen Mordes sei nicht rechtmäßig gewesen, heißt es in dem Antrag. Der Gründer der berüchtigten Straßengang "Crips", der sich nun als Kinderbuchautor aus seiner Zelle heraus gegen Gewalt engagiert, hat die Mordtaten abgestritten. Komplizen hätten ihn fälschlicherweise beschuldigt.

Giftspritze

Der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger hat bis Montagabend Zeit, über ein Gnadengesuch des Todeskandidaten zu entscheiden. Er könnte das Todesurteil für den Afroamerikaner in lebenslange Haft umwandeln. Williams soll nach bisheriger Planung am Montag kurz nach Mitternacht Ortszeit (Dienstag 09:01 MEZ) durch eine Giftspritze sterben.

Das Oberste Gericht in Kalifornien hatte bereits Ende November einen Exekutionsaufschub abgelehnt, den die Verteidigung mit dem Hinweis auf "schlampige gerichtsmedizinische Arbeit" bei den seinerzeitigen Ermittlungen beantragt hatte. (APA/dpa)

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