Focale-Plastron-Regate

Redaktion, 18. Dezember 2005, 21:55
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    Das ältestes Zeugnis des Krawatten-Vorläufers findet man an der Grabanlage des ersten chinesischen Kaisers Shih Huang Ti (260-209 v.Chr.).

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    Die "Urkrawatte", die "Focale", der Schal der römischen Legionäre

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    Cremone zur Zeit Ludwig XIV.

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    Zeitgenössische Krawatten-Auswahl

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    Reiche Knotenvarianten unter www.krawattenknoten.info.

Vom Kratzschutz zum modischen Accessoire - Die Krawatte hat ihren Ursprung bei den römischen Legionären

Eindeutig belegt konnte der Ursprung der Krawatte (mdal. kroate, frz. cravate) bis heute nicht werden. Es wird jedoch vermutet, dass sie auf die römischen Legionäre zurückgeht, die eine Halsbinde (lat. focale) als Kratzschutz unter der Rüstung getragen haben, die wiederum von den Drakern stammt. In Rom selbst war das Umlegen der Focale lange Zeit verpönt, galt es doch als "weibisch".

Literarische Spuren

In der Dichtung wird die Krawatte erstmals bei Eustache Deschamps erwähnt, und zwar 1380 in einer Ballade, in der vom Engerziehen der "cravate" die Rede ist. Mehr als 200 Jahre später beschreibt der Dichter Cesare Vecellio einen römischen Soldaten mit einer "cravate". Abbildungen aus dem Dreißigjährigen Krieg zeigen die Halsbinde sowohl an deutschen Reitern als auch an französischen Offizieren. Die Modehistorikerin Ingrid Loschek vermutet, dass diese Halsbinde von kroatischen Söldnern übernommen worden ist, was aufgrund des Namens nahe liegt: "Ab etwa 1600 bürgerte sich bei den Truppen Ludwig XIV. ein breites farbiges Halstuch ein. Offiziere trugen diese, die kroatische Krawatte, aus Musselin oder Seide, die gemeinen Soldaten aus Leinen. Das kroatische Reiterregiment der Franzosen erhielt von da an den Namen 'Royal Cravate'" (aus: Reclams Mode- und Kostümlexikon).

Zivile Mode

Mit dem schulterlangen, gekräuselten Haar des Mannes trat anstelle des Spitzenkragens um 1670 ein Halstuch nach Art des kroatischen, zuerst in Frankreich und naturgemäß nur in adeligen und großbürgerlichen Kreisen. Dieses Tuch war weiß und mit Spitzenenden verziert, auch "Spitzenbinde" genannt. Es wurde zweimal um den Hals geschlungen und mit einer separaten, oft farbigen, Schleife zusammen gehalten. In den 1680er-Jahren wurden diese Doppelschleifen sogar gesteift. Üblicher war jedoch die fertig gebundene Krawatte, die im Nacken mit einer Schnalle geschlossen wurde. Gleichzeitig war auch die "Cravate à la Chaconne" mit lose herab hängenden Enden en vogue, sowie - auffälligerweise bei beiden Geschlechtern - die sogenannte "Steinkerke", jedoch nur zwischen 1692 und 1715.

Im Régence (1715-1723) gelang die weiße Halsbinde aus Leinen oder Seide, mindestens zweimal gewickelt und hinten geknotet, so dass ein mehr oder weniger üppiges "Jabot" entstand, erneut zu Furore. Zusätzlichen Halt bot eine Schmucknadel, aus der sich übrigens die Krawattennadel entwickelt hat.

Im Frankreich der 30er- und 40er-Jahre des 18. Jahrhunderts galt es als besonders chic, die Enden des schwarzseidenen Haarbeutels vorne über der weißen Halsbinde zu knoten. Diese schwarze Seidenschleife hieß "Solitaire".

Revolutionäre Ausnahmen

Vertreter des aufgekärten Bürgertums wie zum Beispiel Friedrich Schiller, verzichteten auf die "aristokratische" Krawatte und trugen den Hemdkragen ausgeschlagen. Ebenso Ausdruck der politischen Gesinnung war das nachlässig geknotete Halstuch. Ende des 18. Jahrhunderts kam außerdem die "Cachenez" auf, wobei mehrere weiße und bunte Halstücher übereinander und mit einem Kissen unter dem Kinn getragen wurden.

Während der 1848er-Aufstände trugen Studenten und bürgerliche Revolutionäre blutrote Krawattenknoten. Die schwarzseidenen Schleifenknoten der Engländer wurden 1851 als "Diplomatenschleife" zum Frack üblich.

Die Art der Knotenbildung war übrigens ebenso Ausdruck von Ideologien, wie Lehrbücher zur Kunst des Krawattenanlegens belegen. Honoré de Balzac veröffentlichte 1827 ein solches unter dem Titel "L'Art de mettre sa cravate" mit 28 Beispielen.

Plastron-Regate-Langbinder

Aus mehreren übereinander gelegten Knoten hat sich das "Plastron" entwickelt, das 1860 aufkam. Es wurde zum Cutaway, später auch zum Gehrock getragen und 1920 vom Langbinder abgelöst. Diese heute gängige Form der Krawatte hatte sich bereits 1867 parallel mit dem Umlegekragen und dem Sakko herausgebildet. In England hieß der Langbinder "Four in hands", in Frankreich nach einem nautischen Knoten "Regate".

Seit dem 19. Jahrhundert wird nur mehr der Langbinder als Krawatte bezeichnet und vom "Querbinder", der Schleife und dem Plastron unterschieden. Anfänglich war der Langbinder mit einer Nadel verziert, in den 50er-jahren mit einer Klemme fixiert. Das Plastron ist seither nur zu Cut oder Gehrock "erlaubt", die Schleife eher zu Abendanzügen wie Smoking und Frack. Seither wurde die Krawatte nicht mehr weiterentwickelt und wechselt lediglich in Farbe, Muster, Material, Länge sowie Breite ihr Aussehen. (dabu)

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15 Postings
Slaven R
00
23.8.2006, 09:18
man sollte den artikel ganz lesen und ned die postings zuerst *g* mea culpa

und alles zurueck

Slaven R
00
23.8.2006, 09:17
schlecht recherchiert

die krawatte wurde waehrend der napoleonischen kriege in paris populaer als rueckkehrende soldaten (wohl eher die offiziere) die schicken halstuecher der k.u.k. dragoner (die hptsl. ungarn und kroaten waren) als modische neuheit einfuehrten.

der zufall wollte es dass sie dieses modische detail den kroaten und nicht den ungarn (die ja eigentlich gleichberechtigt waeren) zuschrieben

Veniamin Kostitsin-Teterin II
00
19.7.2006, 07:26
es kommt mir vor, ich sei in einem stall

mit alternativen studis von der politikwissenschaft und ewigen slobs.

andererseits macht es mir verständlicher, warum ich mich in new york, paris oder london gut angezogen wohler fühle als in wien, wo anständige kleidung mitunter verpönt ist.

Dominik Maria Rosenauer
00
15.2.2006, 12:29
Hier sind ja die Connaisseure am Schreiben!

Scheinbar sind im Standard-Forum die Meinungen sehr einseitig, wenn es um Kleidung, Luxus und gutes Aussehen geht.

Wie bereits ein neunmalkluger Vorposter geschrieben hat, ist Mode etwas, das dazu da ist, Spaß zu machen. Wem es keinen Spaß macht sich schön anzuziehen, der soll es eben lassen. Aber sich über die Menschen aufzuregen, die sich gerne schön anziehen und die sich in schönen Sachen vielleicht auch wohl fühlen, ist einigermaßen engstirnig und illiberal.

Wer jahreinjahraus Jeans und Shirt trägt (und auch immer dasselbe, weil man ja "das Kapital" nicht unterstützt") - auch gut, solange er sich wäscht.

Aber wenn ich in die Oper oder das Theater gehe, will ich mich "schön machen" und dazu gehören bei mir Anzug und Krawatte.

redZac
00
25.12.2005, 21:48
krawatte ist nur dann sinnvoll

.. wenn mann kein hemd trägt

Dominik Rudisch
00
15.6.2006, 20:35

Also wenn es irgendwann einen Grund geben sollte, der gut genug ist, daß ich mir eine aufwendig geknotete Schlinge um den Hals legen sollte...

Dann benutze ich sicher keine Krawatte, sondern lieber gleich einen soliden Strick aus Hanf (Damit läßt sich der entsprechende Knoten auch besser binden). :-)

Nix gegen Halstuch, Schal etc., aber die Krawatte ist meiner Meinung nach eines der unnötigsten Kleidungsstücke, die es gibt.

Dementsprechend sollte man ihre Wichtigkeit endlich gründlich überdenken und anpassen.

Linus Tintifax
00
15.12.2005, 10:32
Krawatte

Einst notwendig und sinnvoll, heute nurmehr lästig und affektiert - und DAS Zeichen von gesellschaftichem Konformismus. Wem's gefällt...

Neunmal Klug
00
15.12.2005, 15:25
Schwachsinn

Jedem sei es unbenommen, sich zu kleiden, wie es ihm gefällt. Nur ist eine Kravatte bisweilen gerade das Tüpfelchen auf dem i, um eine rundherum homogene und aufeinander abgestimmte Einheit aus Anzug, Hemd, Krawatte, Gürtel und Schuhen zu tragen. Zum Thema überflüssig vom nächsten Posting "BierGerry" ist zweierlei zu sagen: Wenn man Kleidung rein zum Zwecke des Schutzes vor Nässe und Kälte sowie aus Schamgründen trägt, dann hat man ohnehin einiges nicht verstanden. Der moderne Mann von heute und damals kleidet sich gut, weil es ihm gefällt. Er trägt gerade deshalb eine Kravatte, ein Maßhemd und eine Uhr, farblich auf Schuhe und Gürtel abgestimmt, weil es für den Mann, anders einer Frau, die einzige Möglichkeit ist, sich zu schmücken.

Spinndoktor
00
21.12.2005, 13:50
Wirst es nötig haben

BierGerry
00
15.12.2005, 18:16

bzgl. meines letzten postings (00:59) und ihrer meinung dazu - ich weiß nicht woher das bedürfnis kommt sich schmücken zu müssen, ich bin kein psychologe, für mich ist es jedenfalls nicht ganz nachvollziehbar. doch jedem das seine, wem es spaß macht, der soll es tun. für mich ist jedenfalls eine krawatte ein völlig unnützes kleidungsstück (genauso wie schmuck - ringe, ketten usw.) für welches ich keinerlei verwendung sehe, ganz zu schweigen davon, dass es unbequem ist zu tragen.
ich bin jedenfalls froh, dass ich in meinem jetzigen beruf diese unnützen und bequemen sachen nicht mehr tragen muss, das macht das arbeiten schon wieder wesentlich angenehmer und leichter.

hedgehog
00
21.12.2005, 13:53
für krawatten-zulage

meines erachtens müsste es eine krawatten-zulage geben, für angestellte, die aus beruflichen gründen diesen anachronismus tragen müssen, weil sie sonst kein geschäft machen oder nicht überall vorgelassen werden. bei all den veränderungen der mode und den zahlreichen versuchen auch von modeschöpfern, der krawatte abzuschwören, wundert's mich, dass das selbst im 21. jahrhundert noch immer nicht gelungen ist. seinerzeit (70er-jahre) musste der tv-moderator dieter seefranz, der ohne krawatte die zib moderierte, nach protesten des zwangsgebührenpublikums sogar seinen bildschirm-job aufgeben.

BierGerry
00
16.12.2005, 03:50

*lol* - ich meinte natürlich unbequem zu tragen :-)

BierGerry
00
15.12.2005, 18:11

kleidung ist in meinen augen mittel zum zweck. dass einem seine kleidung gefallen soll ist ja recht und schön, doch anderen vorschriften zu machen, wie man sich zu kleiden hat, ist eine oberflächlichkeit und bevormundung die in meinen augen, die nicht zu dulden ist. wenn ich beispielsweise in ein casino gehen will um mein geld zu verprassen dann hat das niemanden zu interessieren ob ich im t-shirt oder anzug komme, das sollte meine entscheidung bleiben. genauso dämlich, wie manche lokale keine menschen mit turnschuhen einlass gewähren. sowas ist einfach nur lächerlich und zeugt von oberflächlichkeit und wenig verstand. gewiss sollte sich jeder nach seinem geschmack kleiden, doch anderen vorschriften diesbezüglich zu erteilen ist - krank!

BierGerry
00
15.12.2005, 00:59
die krawatte

das unpraktischste und überflüssigste kleidungsstück des mannes.

absolut stupide dass es zu manchen anlässen krawatten- bzw. mascherlpflicht gibt. einfach nur unnütz und dumm! weg damit!

Irma la Douce (die Echte)
00
14.12.2005, 16:01
Foto 3/5: John Malkovich? Klingt auch kroatisch ...

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