Deutschland will EU-Reaktion auf Ahmadinejads

13. Dezember 2005, 07:16
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Bereits am Sonntag hatte Vizekanzler Müntefering eine international abgestimmte Reaktion auf die Äußerungen gefordert

Berlin - Deutschland will die Europäische Union (EU) dazu bewegen, die israelfeindlichen Äußerungen des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad offiziell zu missbilligen.

Die Bundesregierung strebe eine entsprechende Erklärung der EU an, sagte Regierungssprecher Thomas Steg am Montag in Berlin. "Wir gehen davon aus, dass die europäischen Partner diese Position teilen und diesen deutschen Wunsch entsprechend unterstützen." Steg bewertete die Äußerungen Ahmadinedschads als ungeheuerlich und nicht hinnehmbar. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes ergänzte, am Morgen sei der Geschäftsträger der iranischen Botschaft als Vertreter des abwesenden Botschafters einbestellt worden. "Das wird für uns Gelegenheit sein, ihm noch einmal unseren schärfsten Protest zu übermitteln."

Protest gegen Aussage

Nach Berichten der amtlichen iranischen Nachrichtenagentur Irna hatte Ahmadinedschad während einer Pressekonferenz gesagt, er akzeptiere nicht die Behauptung, dass Adolf Hitler Millionen von Juden in Krematorien getötet habe. Außerdem forderte der Staatschef insbesondere Deutschland und Österreich auf, Teile ihres Gebietes an die Juden abzugeben und damit einen zionistischen Staat in Europa zu ermöglichen.

Bereits am Sonntag hatte Vizekanzler Franz Müntefering eine international abgestimmte Reaktion auf die Äußerungen gefordert. Die Art und Weise, wie Irans Präsident den Holocaust an den Juden leugne, wie er Israel bedrohe und das Existenzrecht seines Nachbarlandes bestreite, werde die Bundesregierung nicht hinnehmen. (Reuters)

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