Umfrage: Iraker schauen optimistisch in die Zukunft

13. Dezember 2005, 18:41
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50 Prozent beurteilen US-Invasion negativ

Hamburg - Trotz täglicher Bombenanschläge, blutiger Attentate, Versorgungsengpässen und Entführungen mehr als zweieinhalb Jahre nach dem Sturz von Diktator Saddam Hussein verfügen die Bürger des Irak über einen großen Optimismus. Eine repräsentative Umfrage von "Oxford Research International" brachte zu Tage, dass viele Iraker ihre Lebensumstände durchaus positiv beurteilen. 71 Prozent der Befragten bewerteten darin ihre persönliche Lage als "gut"; 64 Prozent blicken zuversichtlich in die Zukunft.

Im Gegensatz zur persönlichen Bilanz sind die Bürger des Zweistromlandes bei der allgemeinen Lage ihrer Heimat allerdings skeptischer: Nur 44 Prozent schätzen die Situation derzeit als gut ein, gerade einmal 46 Prozent sind der Meinung, es gehe ihnen im Vergleich zur Zeit vor der von den USA geführten Invasion von 2003 besser. Dennoch überwiegt das Prinzip Hoffnung: 70 Prozent glauben, dass sich die Lage binnen Jahresfrist verbessern wird.

"Aus heutiger Sicht falsch"

Überwiegend kritisch betrachten die Iraker die Rolle der USA. Die Hälfte der Befragten glaubt, die Invasion sei "aus heutiger Sicht falsch". 59 Prozent der Iraker geben an, die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten seien "ihren Verpflichtungen" schlecht nachgekommen. Noch mehr der Befragten (65 Prozent) sind gegen die weitere Präsenz der alliierten Truppen. Dennoch wünscht nur ein Drittel einen sofortigen Abzug: Angesichts der Terroranschläge wollen die meisten Bürger eine Übergangsfrist.

Während der mehr als sechswöchigen Erhebungen, die vom Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" zusammen mit dem US-Sender ABC News und anderen internationalen Medien in Auftrag gegeben wurden, interviewten Experten der Universitäten Dohuk und Bagdad landesweit 1.711 Iraker. (APA/dpa)

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