Zeiler für genauere Kontrolle russischer TV-Beteiligung

21. Dezember 2005, 11:22
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Nach Zensurvorwürfen gegen "Ren TV"

Nachdem beim russischen Sender "Ren TV", an dem die Bertelsmann-Fernsehtochter RTL Group mit 30 Prozent beteiligt ist, etliche Nachrichtenredakteure gekündigt haben, weil sie dem Management Zensur vorwerfen, hat RTL-Group-Chef Gerhard Zeiler genauere Kontrollen angekündigt. "Angesichts der Vorgänge sind bei uns die Kontrolllampen angegangen", sagte der ehemalige ORF-Generalintendant laut Vorausmeldung dem am Montag erscheinenden Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". "Ich sehe das alles keineswegs durch die rosarote Brille."

Die Geschehnisse würden noch in diesem Jahr bei einem Gesellschaftertreffen in Moskau thematisiert, so Zeiler. "Den Einfluss, den wir haben, werden wir wahrnehmen, um unsere Vorstellungen von unabhängiger Berichterstattung durchzusetzen." Bertelsmann sei nicht als "mutlose Gesellschaft" bekannt, allerdings sei der Einfluss bei Ren TV "überschaubar" und man könne nicht alle westlichen Standards auf ein Land übertragen, wo Medienfreiheit "noch keine allzu lange Tradition" habe, so Zeiler. (APA)

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