Salzburg beherrschte Rapid klar

14. Dezember 2005, 12:16
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Der Meister hatte in Siezenheim nichts zu bestellen, die Salzburger siegten 2:0 und vergaben viele Chancen auf weitere Tore

Salzburg - Der ersatzgeschwächte Herbstmeister Red Bull Salzburg hat sich mit einer beeindruckenden Vorstellung in die Winterpause der T-Mobile Fußball-Bundesliga verabschiedet. Die Salzburger bezwangen im abschließenden Spitzenspiel der 22. Runde Meister Rapid dank eines sehenswerten Treffers von Maynor Suazo (23.) und eines Kontertores von Schopp (80.) verdient mit 2:0 und schlossen damit nach Punkten zu "Winterkönig" Austria, der ein Spiel weniger ausgetragen hat, auf.

Salzburg von Beginn an voll da

Die Salzburger gaben von Beginn an den Ton an, setzten den leicht verunsicherten und offensiv harmlosen Meister bei der Abschiedsvorstellung von Josef Hickersberger mit Freistößen von Jezek (7.) und Suazo (14.) sowie einer Mayrleb-Chance (11.) unter Druck. Mitte der ersten Spielhälfte, als der Tabellendritte das Spiel erstmals mit Erfolg zu beruhigen wusste, erzielte die groß aufspielende Red-Bull-Elf dann zwei sehenswerte Treffer - alleine es zählte nur einer.

Zwei Minuten nachdem ein eigentlich regulärer Mayrleb-Treffer nach herrlicher Kombination, die von einem Suazo-Fersler im Mittelfeld ausgegangen war, wegen Abseits aberkannt worden war (21.), machte Suazo zu Unrecht Verwehrtes vergessen. Der überragende Honduraner setzte den am Vortag präsentierten WM-Ball "+Teamgeist" bei dessen Weltpremiere im Spielbetrieb halbvolley von der Strafraumgrenze nach Mayrleb-Flanke perfekt ins rechte Eck.

Chancen im Minutentakt

Noch vor Seitenwechsel vergaben Schopp und Jezek vor den Augen zahlreicher Prominenz aus Sport und Wirtschaft, darunter WM-OK-Präsident Franz Beckenbauer, der ehemalige WM-Torschützenkönig Davor Suker und Formel 1-Pilot David Coulthard, weitere gute Möglichkeiten. Coulthard fuhr in der Pause das neue Q7-Modell von Audi auf den Kunstrasen des mit 16.800 Zuschauern quasi ausverkauften Stadions Wals-Siezenheim, Hickersberger musste sich seinerseits bei Fortuna bedanken, in Salzburg nicht unter die Räder gekommen zu sein.

Die einzige echte Ausgleichschance vergab Hlinka aber nach Corner von Dollinger per Kopf (67.). Dollinger war schon vor der Pause für den von Salzburg heftig umworbenen Andreas Ivanschitz ins Spiel gekommen (39.). Der Nationalteamkapitän schied nach einem Tackling von Linke mit einer Knöchelverletzung aus.

Schopp entschied, Valachovic sah Rot

Für den ersten Höhepunkt der zweiten Spielhälfte sorgte Scharrer, der völlig freistehend aus zehn Metern nur die Querlatte traf (51.). Nachdem er zwei Minuten zuvor noch kläglich gescheitert war (78.), besiegelte Red-Bull-Kapitän Schopp im Konter (aus Abseits verdächtiger Position) nach Mair-Vorarbeit den neunten Salzburger Heimsieg in Serie. Ihre einzigen Saisonpunkte hatten die Salzburger zu Hause am 30. Juli ausgerechnet beim 0:2 gegen Rapid abgegeben.

Diesmal hatten die Rapidler nur wenig entgegenzusetzen, verloren in einer hektischen Schlussphase zudem Verteidiger Valachovic wegen Kritik mit der Roten Karte (85.). Zudem scheiterten Dollinger und Kincl jeweils alleine vor Salzburg-Goalie Arzberger. Auf der Gegenseite traf der eingewechselte Öbster nur die Stange (88.). Red Bull Salzburg hat von 33 möglichen Punkten im heimischen Stadion 30 geholt - der Grundstein zu Platz zwei. (APA)

  • Red Bull Salzburg - SK Rapid Wien 2:0 (1:0). Stadion Wals-Siezenheim, 16.800 Zuschauer, SR Plautz.

    Tore: 1:0 (23.) M. Suazo, 2:0 (80.) Schopp

    Salzburg: Arzberger - Winklhofer, Knavs, Linke, Ch. Jank - Schopp, Carboni, Scharrer (71. Öbster), M. Suazo, Jezek - Mayrleb (76. Mair)

    Rapid: Payer - Dober, Bejbl, Valachovic, Labant - Hofmann, Korsos, Hlinka (75. Garics), A. Ivanschitz (38. Mathias Dollinger) - Kincl, Akagündüz (46. Lawaree)

    Rote Karte: Valachovic (85./Kritik)
    Gelbe Karten: Scharrer bzw. Mathias Dollinger, Hlinka, Hofmann, Kincl

    • Bild nicht mehr verfügbar

      Die Rapidler waren gegen die Salzburger zumeist mehr als einen Schritt hintennach, wie hier Peter Hlinka gegen Christian Mayrleb beweist. Vor allem in der ersten Halbzeit war der Meister so gut wie nicht vorhanden.

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