Preiserhöhung und Fahrplanwechsel bei Deutscher Bahn

21. Dezember 2005, 14:09
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Auch Fahrkartenverkauf in Reisebüros wird zunehmend eingeschränkt

Berlin - Die Deutsche Bahn erhöht am Sonntag ihre Preise. Ein Fahrschein für die 2. Klasse kostet dann durchschnittlich 2,9 Prozent mehr, für die 1. Klasse 4,2 Prozent. Das Unternehmen begründet die Preissteigerung mit den drastisch gestiegenen Energiepreisen. Es ist die Dritte seit April 2004.

Am höchsten fällt die Anhebung mit 3,3 Prozent im Fernverkehr von 100 bis 750 Kilometern aus. Bei kürzeren Distanzen bleiben die Preise stabil, der maximale Fahrpreis für Entfernungen über 750 Kilometer wird von 111 auf 115 Euro angehoben. Die Zeitkartenpreise steigen ebenfalls um 2,9 Prozent. Die Bahncard 25 verteuert sich von 50 auf 51,50 Euro und die Bahncard 50 von 200 auf 206 Euro (2. Klasse). Neu eingeführt wird eine Bahncard 25 für Jugendliche zum einmaligen Preis von zehn Euro. Sie gilt vom Kauf bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres. Der Mitfahrerrabatt fällt nun auch für Bahncard-Kunden flach. Vor einem Jahr war er schon für Einzelfahrscheine gestrichen worden.

Neuer Fahrplan

Zugleich tritt ein neuer Fahrplan in Kraft, dessen herausragende Änderung die Einführung eines Sprinter-Zuges zwischen Köln und Stuttgart ist. Er bewältigt die Strecke in weniger als zwei Stunden. Daneben verlängert die Bahn unter anderem die ICE-Linie Dresden-Frankfurt/Main bis Wiesbaden. Der vor einem Jahr eröffneten Schnellverbindung Hamburg-Berlin spendiert sie in den Stoßzeiten am Wochenende mehr Plätze.

Der deutsche Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee nahm am Samstag die 81 Kilometer lange Bahnverbindung zwischen Chemnitz und Leipzig wieder in Betrieb. Mit der Ausbaustrecke sei der dritte Schenkel im Städtedreieck, Dresden, Chemnitz und Leipzig wieder eingebunden, sagte der SPD-Politiker, der lange Jahre Oberbürgermeister von Leipzig war. Dadurch werde ein noch regerer Austausch zwischen den drei sächsischen Metropolen möglich. Zu den Ausbaukosten von 150 Mio. Euro steuerte der Bund 90 Millionen bei.

Der Börsengang der Bahn könnte sich zudem bis zum Jahr 2008 verzögern, heißt es im "Spiegel". Denn die Bahn werde laut neuester Mittelfristplanung erst im Geschäftsjahr 2008 ihre Kapitalkosten decken. Dies ist bei Unternehmen dieser Größe nach Ansicht von Investmentbankern Voraussetzung für einen erfolgreichen Start an der Börse.

Deutsche Bahn will weitere Reisezentren schließen

Die Deutsche Bahn AG will in den nächsten Jahren aus wirtschaftlichen Gründen weitere Reisezentren schließen. Das berichtete das Bielefelder "Westfalen-Blatt" am Wochenende unter Berufung auf einen Bahnsprecher. Seit 2001 hat die Bahn die Zahl ihrer Reisezentren bereits von 1000 auf 450 mehr als halbiert. Allein in diesem Jahr wurden 50 Zentren geschlossen und 730 Stellen abgebaut.

Der größte Teil der Rationalisierung bei den Reisezentren ist nach Angaben des Bahnsprechers abgeschlossen. Es werde aber auch in den kommenden Jahren noch einige moderate Veränderungen geben. Nach einem internen Standortkonzept der Bahn war bis Ende 2005 eine Reduzierung der Reisezentren auf 432 geplant. (APA/dpa)

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