Nach der Sensation das Out

30. Dezember 2005, 10:34
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ÖHB-Frauen mussten sich bei der WM nach einem dramatischen 29:32 gegen Brasilien noch in der Vorrunde verabschieden

St. Petersburg - Die österreichische Handball-Nationalmannschaft der Frauen muss nach einer 29:32-Niederlage im abschließenden WM-Vorrundenspiel gegen Brasilien als viertplatziertes Team der Gruppe C die Heimreise aus St. Petersburg antreten. Nicht einmal 24 Stunden nach dem 42:35-Sensationserfolg über Olympiasieger Dänemark erwies sich dieser in der Entscheidungspartie gegen die Südamerikanerinnen als Pyrrhus-Sieg.

Nach einer 16:13-Führung zur Pause verließen die ÖHB-Auswahl unter der Regie von Teamchef Herbert Müller in der zweiten Spielhälfte die Kräfte, wobei auch die spanischen Schiedsrichter Muro/Rodriguez mit einigen kuriosen Entscheidungen das Ihre zur Niederlage der Österreicherinnen beitrugen. Angeführt von der überragenden Hypo Niederösterreich-Linkshänderin Adriana do Nascimento Lima glichen die Brasilianerin nur sieben Minuten nach Wiederbeginn aus (18:18) und gerieten bis zum Schlusspfiff nicht mehr in Rückstand.

Obwohl die Müller-Truppe aufopfernd kämpfte, konnte sie im hektischen Finish nicht mehr entscheidend zusetzen. "Wir waren nicht mehr spritzig genug und konnten auch nicht mehr tauschen", analysierte der deutsche ÖHB-Trainer, dem mit Stefanie Ofenböck, Laura Fritz, Dagmar Müller und Veronika Kreitmayr vier Schlüsselspielerinnen bereits vor der WM ausgefallen waren. Auch 15 Tore der besten rot-weiß-roten Werferin Tanja Logwin reichten nicht, um das Projekt "WM" für die ÖHB-Frauen zu verlängern. Statt Österreich zog nun Brasilien in die am Montag beginnende Hauptrunde ein.

Dementsprechend enttäuscht zog daher ÖHB-Generalsekretär Martin Hausleitner eine erste WM-Bilanz: "Bis heute wäre sie überaus positiv ausgefallen. Wir haben gute Resultate geliefert, Elfenbeinküste und Polen geschlagen und mit dem Sieg gegen Dänemark für eine Riesen-Sensation gesorgt." Neben dem Kräfteverschleiß aus dem Match gegen die Skandinavierinnen machte Hausleitner auch die Referees für das Ausscheiden verantwortlich.

"Die Schiedsrichterleistung war indiskutabel", ärgerte sich der Generalsekretär, der aber auch Positives aus Russland mitnimmt: "Wir haben uns ordentlich präsentiert, darauf können wir aufbauen. Wichtig ist natürlich, dass die Spielerinnen, die abgesagt haben, in Zukunft wieder dabei sind." (APA)

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