Rehn lobt "aktive Zusammenarbeit" Kroatiens

16. Dezember 2005, 10:21
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Zagreb kann nunmehr "schnell Fortschritte machen" - Rumänien und Bulgarien sollen Warnung sein

Brüssel - EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn hat die "aktive Zusammenarbeit" der kroatischen Behörden bei der Festnahme des mutmaßlichen Kriegsverbrechers Ante Gotovina bestätigt. "Es war sehr wichtig, dass Kroatien voll mit dem (UNO-Tribunal) ICTY kooperiert hat, denn diese aktive Zusammenarbeit half den spanischen Behörden bei der Verhaftung von General Gotovina", sagte Rehn in einem Interview mit der APA. Auf dem weiteren Weg in die EU könne Kroatien nunmehr "schnell Fortschritte machen", da das "Haupthindernis auf dem Weg der Beitrittsverhandlungen beseitigt" sei.

"Kroatien kann nunmehr das Kapitel seiner nationalistischen Vergangenheit schließen und sich seiner europäischen Zukunft zuwenden", sagte Rehn. Die Festnahme Gotovinas "beweist, dass die Entscheidung der Europäischen Union zur Eröffnung der Beitrittsverhandlungen am 3. Oktober richtig war", sagte der Kommissar. "Ich möchte der kroatischen Regierung für ihren Mut und ihre Entschlossenheit danken."

"Gut geölt"

Das Land sei wirtschaftlich und politisch gut entwickelt "und seine Verhandlungsmaschinerie ist gut geölt", sagte der EU-Kommissar. "Das bedeutet, dass wir einigermaßen schnell Fortschritte machen sollen." Eine wichtige Bedingung für den Beitritt bleibe aber die Reform der Justiz und öffentlichen Verwaltung. "Es ist sehr wichtig, dass Kroatien sieht, was nunmehr in Bulgarien und Rumänien passiert", warnte Rehn. Die Reform der Justiz und der Kampf gegen Korruption und Organisiertes Verbrechen könnten dort noch immer ein "Stolperstein" für den angestrebten Beitritt beider Länder im Jahr 2007 werden. "Ich hoffe, Kroatien kann das vermeiden." (APA)

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