Pröll: "Großer Erfolg" - Glawischnig: "Schwere Enttäuschung"

11. Dezember 2005, 19:00
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Umweltminister sieht großen Erfolg "entgegen allen Erwartungen" - Greenpeace Österreich: "Erfreulich"

Montreal - Einen großen Erfolg "entgegen allen Erwartungen" sieht Umweltminister Josef Pröll (V) in der Einigung der Teilnehmerstaaten bei der Weltklimakonferenz im kanadischen Montreal zur APA. Der abschließende einstimmige Beschluss auf eine weitere Zusammenarbeit im Klimaschutz nach 2012 sei "eine sehr gute Basis", meinte Pröll, der am Mittwoch zu der Konferenz angereist war.

Die Position der EU, in den Verhandlungen mit den Amerikanern "hart zu bleiben" habe sich gelohnt, so der Minister. Im weiteren Prozess werde jetzt auf technischer Ebene an der Planung für globale Klimaschutzmaßnahmen in der Post-Kyoto-Periode nach 2012 gearbeitet.

Glawischnig schwer enttäuscht

Ganz anders beurteilt die Grüne Umweltsprecherin das Ergebnis der Klimakonferenz: Glawischnig spricht von "einer schweren Enttäuschung". Zwar sei das Kyoto-Regelwerk nun vollständig angenommen und damit das Kyoto-Protokoll endgültig völkerrechtlich abgesichert, es fehle aber eine klare Perspektive, wie es mit dem globalen Klimaschutz ab 2012 weitergehen solle, so Glawischnig am Samstag.

"Soll die Chance auf eine Verhinderung der katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels gewahrt bleiben, müssen die Treibhausgasemissionen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten drastisch verringert werden", so die Grüne Politikerin. Es sehe nicht so aus, als würde die Fixierung der notwendigen Ziele rechtzeitig gelingen. "Die Emissionen müssen bis 2030 um 30 Prozent und bis 2050 um 80 Prozent gegenüber 1990 verringert werden", fordert Glawischnig.

Greenpeace Österreich: "Erfreulich"

Greenpeace Österreich äußerte sich grundsätzlich positiv zu dem Ergebnis von Montreal. Es sei erfreulich, dass es mit dem Kyoto-Prozess "ohne Lücke" weitergehe. "Wir sehen jetzt den Ball beim Minister Pröll, der wegen der im Jänner 2006 beginnenden EU-Präsidentschaft bis 15. März die Verhandlungsziele der Union festgelegt haben muss. Darin sollten die ehrgeizigen Ziele des EU-Umweltministerrats erhalten bleiben", so ein Sprecher. (APA)

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