IAEO-Chef warnt Israel vor Militärangriff gegen den Iran

12. Oktober 2006, 14:43
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Friedensnobelpreisträger: "Man kann ein Land nicht mit Gewalt an der Beschaffung von Atomwaffen hindern"

Oslo - Der mit dem diesjährigen Friedensnobelpreis ausgezeichnete Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEO, Mohammed el Baradei (ElBaradei), hat Israel am Samstag indirekt vor Militärangriffen gegen den Iran wegen dessen Atomprogramm gewarnt. Kurz vor der Entgegennahme des an ihn und an die IAEO verliehenen Friedensnobelpreises am Samstag in Oslo sagte der ägyptische UNO-Beamte in einem Interview mit der norwegischen Tageszeitung "Aftenposten": "Man kann ein Land nicht mit Gewalt an der Beschaffung von Atomwaffen hindern. Indem man es halb zerbombt, erreicht man allenfalls einen Aufschub der Pläne. Aber die anderen werden zurückkommen und Rache verlangen." Er nannte Israel dabei nicht direkt.

Der Likud-Politiker und ehemalige israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat unlängst gefordert, Israel sollte iranische Atomanlagen aus der Luft angreifen, um Teherans Atomprogramm zu stoppen. Außenminister Silvan Shalom hatte wiederholt davor gewarnt, dass der Iran schon in naher Zukunft das erforderliche Fachwissen für den Bau einer Atombombe besitzen könnte.

Mit einem spektakulären Lufteinsatz hatte Israel 1981 unter Ministerpräsident Menachem Begin den mit französischer Hilfe errichteten irakischen Atomreaktor "Osirak" zerstört. Die iranischen Revolutionswächter (Pasdaran) hatten mehrmals gedroht, Israel würde "von der Weltkarte verschwinden", sollte es versuchen, die iranischen Atomanlagen anzugreifen. Falls es zu einem solchen Angriff kommen sollte, wäre die iranische Reaktion solcherart, dass Israel zu existieren aufhören würde. (APA)

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