ÖSV-Herren dominierten in Val d'Isere

14. Dezember 2005, 10:33
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Dreifacher Triumph der Österreicher bei der Abfahrt - Walchhofer gewinnt vor Strobl und Grugger

Val d'Isere - Die österreichischen Abfahrer haben am Samstag erfolgreich zurückgeschlagen. Nach dem Doppelsieg der Amerikaner am 2. Dezember in Beaver Creek konterten die ÖSV-ler in Val d'Isere mit einem Dreifach-Triumph: Michael Walchhofer gewann seinen siebenten Weltcup-Bewerb (fünf Abfahrten, ein Super G, eine Kombination), mit Respektabstand folgten dahinter seine Teamkollegen Fritz Strobl und Johann Grugger. Am Sonntag steht in Frankreich die erste Super-Kombi des Winters auf dem Programm (10:15 Uhr Abfahrt, 13:15 Uhr Slalom).

Acht Rennen, acht verschiedene Sieger

Olympiasieger Strobl legte in der dritten Saisonabfahrt das dritte Topresultat hin (zuvor Erster in Lake Louise und Vierter in Beaver Creek) und behält damit das "Rote Trikot" für Platz eins im Abfahrts-Weltcup. Die Führung im nach wie vor völlig offenen Gesamt-Weltcup hat sich mit Platz sieben in Val d'Isere Titelverteidiger Bode Miller (USA) geschnappt. Wie spannend es zu geht, zeigt die Tatsache, dass es in acht Herren-Rennen nun acht verschiedene Sieger gegeben hat - darunter die Österreicher Hermann Maier (in Val d'Isere Neunter), Hannes Reichelt, Strobl und Walchhofer.

Nach seinen schwachen Ergebnissen in Übersee war Walchhofer eine riesige Erleichterung anzumerken. "Nach Amerika war es keine einfache Situation für mich. Aber dieses Rennen war unglaublich, mir ist ein wahnsinnig großer Stein vom Herzen gefallen", so der 30-jährige Abfahrts-Weltcup-Sieger 2005, der auch ein Extralob Richtung Servicemann Edi Unterberger aussprach: "Er hat saugut gewachselt, ich war im Flachen sehr schnell."

Walchhofer beeindruckte

Die ÖSV-Kollegen freuten sich für den Salzburger, der seinen ersten Saisonerfolg feiern durfte. "Auf so einer Piste ist Walchhofer die absolute Nummer eins", meinte Klaus Kröll, der als Fünfter hinter dem Schweizer Bruno Kernen viertbester Österreicher war. "Walchhofer war unschlagbar. Er hat schon bei den ÖSV-Trainings in Sun Peaks klar gezeigt, dass er der derzeit beste Abfahrer im ÖSV-Team ist", so Grugger. Und Strobl, Walchhofers bester Freund im Weltcup-Zirkus, fügte hinzu: "Endlich hat er gezeigt, wie stark er wirklich ist."

Strobl hatte im Vorfeld des Rennens bange Momente zu überstehen, auf dem Transport von Amerika nach Europa brachen seine Topskier. "Ich war total nervös. Im Training hatten wir den falschen Ski erwischt. Ich habe nicht gewusst, was passieren wird. Aber zum Glück haben wir die richtige Entscheidung getroffen." Dass er nach wie vor im Abfahrts-Weltcup vorne liegt, bereitet dem Kärntner Riesenfreude: "Dieser Titel geht mir noch ab. Und neben dem Olympiasieg ist das das zweite große Ziel jedes Abfahrers. Heuer könnte das ein Thema für mich werden."

Tolles Finish von Grugger

Grugger steigerte sich nach verhaltenem Start und legte ein tolles Finish hin. "Ich hatte wieder einmal meine Startschwierigkeiten. Ich tu mir leider sehr schwer, in ein Rennen reinzukommen. Ansonsten war es eine saubere Fahrt." Für Kröll bleibt Val d'Isere ein guter Boden, hier hat er sein erstes Weltcup-Rennen bestritten, seinen bis dato einzigen Stockerlplatz erreicht und nun Platz fünf geholt. "Ohne den schweren Fehler im oberen Teil wäre sogar wieder das Stockerl drinnen gewesen. Aber nach den Problemen der vergangenen Saison bin ich jetzt wieder zurück."

Hermann Maier war mit Platz neun natürlich nicht zufrieden, am Atomic-Material (diesmal mit Ausnahme von Walchhofer unterdurchschnittlich) habe es aber nicht gelegen. "Ich habe sehr viele kleine Fehler gemacht, das war keine rhythmische Fahrt. Aber ich mache mir keine Sorgen."

Das ursprünglich für Samstagnachmittag geplant gewesene Abfahrtstraining der Kombinierer fand nicht statt. FIS-Renndirektor Günther Hujara und die Trainer entschieden, dass angesichts des dichten Weltcup-Kalenders auch für die Kombinierer ein Abfahrtstraining genug ist. (APA)

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    Micheal Walchhofer setzte seine Trainingsleistung im Rennen voll um.

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    Siegerpodest der Hochgeschwindigkeitsabfahrt in Val d'Isere: Strobl, Walchhofer und Grugger (v.l.n.r.)

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