Styger verhindert erneutes ÖSV-Triple

14. Dezember 2005, 10:35
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Schweizerin entschied Super G in Aspen für sich und verwies Dorfmeister, Fischbacher und Meissnitzer auf die Plätze

Aspen/Colorado - Die Schweizerin Nadia Styger hat am Freitag den Weltcup-Super-G in Aspen gewonnen und damit einen weiteren Dreifach-Erfolg der ÖSV-Damen verhindert. Styger siegte zwei Tage vor ihrem 27. Geburtstag knapp vor Michaela Dorfmeister (+0,10 Sek.), Andrea Fischbacher (+0,24) sowie Alexandra Meissnitzer (+0,30), die im Auftakt-Super-G in Lake Louise vor Fischbacher und Dorfmeister triumphiert hatte.

Für die Schweizerin war es der zweite Weltcup-Erfolg nach dem Super-G-Sieg am 11. März 2004 beim damaligen Saisonfinale in Sestriere. Im Gesamtweltcup führt nun wieder Dorfmeister vor Meissnitzer.

"Ich freu' mich trotzdem total", trauerte Dorfmeister dem um eine Zehntelsekunde erneut nur knapp verpassten, ersten Saisonsieg aber kaum nach. In Lake Louise war die Niederösterreicherin, die nach dieser Saison zurücktritt, gleich drei Mal auf dem Podest gestanden. Ganz nach oben hat sie es aber noch immer nicht geschafft.

"Die Fahrt war nicht ganz fehlerfrei, das ist hier aber ohnehin kaum möglich. Unten hab' ich die Ski dann super laufen lassen", sagte Dorfmeister strahlend. "Ein Tor bin ich unten zu früh angefahren, dann hat mir etwas das Tempo gefehlt. Aber dieses eine Zehntel kommt sicher irgendwann zurück", meinte Dorfmeister und gab sich von sich selbst beeindruckt. "Es ist toll zu spüren, dass ich derzeit nur ganz normal fahren muss, Fehler machen kann und trotzdem vorne mit dabei bin."

Banges Warten

Auch Fischbacher, in Lake Louise noch Sensations-Zweite, strahlte. Allerdings hatte die Salzburgerin lange auf die Erfolgsmeldung warten müssen, denn bei ihr und Isolde Kostner hatte die Zeitnehmung auf der Anzeigetafel gestreikt. So lange, dass Lake-Louise-Siegerin Meissnitzer ihre ersten Interviews noch als vermeintlich Dritte gegeben hatte.

"Das tut weh, ich wäre natürlich lieber auf dem Stockerl gestanden", sagte Meissnitzer, nachdem ihr Journalisten die unerfreuliche Botschaft überbracht hatten. "Meine Serie hier in Nordamerika ist natürlich trotzdem weiter gut, aber Podium ist eben Podium", machte die Abtenauerin klar, dass sie ein Platz auf dem Podest mehr gefreut hätte.

Meissnitzer hielt mit ihrer Verwunderung über die streikende Zeitnehmung nicht hinter dem Berg. "So ein Theater habe ich noch nie miterlebt." Sie sprach aber auch die Startnummernproblematik an. Während Styger mit Nummer zehn zum Sieg raste, fuhren Dorfmeister mit 30 und Meissnitzer mit 26. "Es wird hinten schon schwieriger. Man sollte die Nummer wählen dürfen, ein kleines Privileg sollten die Besten schon noch haben", betonte die Salzburgerin.

Fischbacher nahm das Problem mit der Zeitnehmung ("Dass erinnert mich an den Schladming-Slalom") mit einem Schulterzucken hin. "Vielleicht war ich einfach zu schnell", scherzte die 20-jährige Salzburgerin. (APA)

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